Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031404
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lich von demselben nicht verschieden scheint, als Herr 
des Jahres verehrt wurde.  
Auch die poetische Personification ist nicht gerade 
häufig 1) und hat zu einer bleibenden künstlerischen Ge- 
staltung nicht geführt. Nur in dem Festzug aller Götter, 
den Ptolemäus II. Philadelphus (284-247 vor Chr.) zu 
Alexandrien mit grosser Pracht veranstaltete, war auch 
das Jahr (Fwavrög) in Person aufgetreten 2), und zwar 
in dem bacchischen Zuge zwischen zwei Silenen, als 
eine kolossale männliche Figur, vier Ellen gross, in 
tragischer Haltung und Gebehrde, ein goldenes Horn der 
Amalthea tragend: worauf zunächst die Pentaeteris folgte 
(die Personification von fünf Jahren) mit Persea-Kranz 
und Palmzweig in den Händen, und die vier Horen, jede 
die ihr eigenen Früchte tragend. Auch in einer Schilderung 
bei Ovid  17 n. Chr.), der wohl ein Bildwerk zum 
Grunde liegen mag, erscheint das Jahr unter den andern 
Gottheiten der Zeit, die um den Thron des, Phöbus 
Stehn 3): 
Rechts ihm standen und links der Tag und das Jahr und der 
Monat 
Auch Jahrhunderte standen und gleich geordnete Horen;  
doch werden diese Gestalten nicht näher beschrieben. 
Aber aus dem christlichen Alterthum ist ein Bild- 
Werk vorhanden, in welchem nach antiken Motiven beides, 
das Jahr und die Fünfzahl von Jahren (obwohl letztere 
nicht als einzelne Persönlichkeit, wie die Pentaeteris in 
dem alexandrinischen Festzuge), dargestellt zu sein scheint. 
1) Sie findet sich z. B. bei Horat. Od. IV, 7, 7: 
Immortalia ne speres, monet Amms et almum 
Quae cupit Horn diem. 
2) Athen. Deipnos. Lib. V. c. 27. p. 198. a. 
a) Ovid. Metam. Lib. II. v. 25.
        

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