Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031379
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es der tiefsinnigen Prosa eines Novalis nicht gleichkommt) 
den Morgen zu besingen also anheht 1): 
Jüngling, sei mir gegrüsst! Ueber die Schöpfungen 
Schwebst. du tönenden Schwungs freudig und stolz daher! 
Deine Wange, wie glüht sie 
In den Gluten des Morgenroths! 
Dein gelbringelndes Haar, deinen weitwallenden 
Safranmantel, ihn schwellt siehe der Morgenwind 
Und entbliittert die Rosen, 
Die dir kränzen den hellen Schlaf. 
Dir Unsterblicher, dir feiert die junge Welt. 
Weiterhin setzt der Dichter der ewigen Jugend des 
Morgens die Kürze der eigenen entgegen, worauf er mit 
den Worten schliesst: 
Tief im Staub' ist mein Schlaf; niedrig mein grünend Haus. 
Thaue Thränen darauf, Holder! und rütif es sanft, 
Bis dein himmlischer Bruder 
Mich zum ewigen Tage weckt. 
Von 
den 
Tagesstunden. 
Einige Kunstvorstellungen neuerer Zeit geben Anlass, 
der Stunden wenigstens anhangsweise hier zu gedenken. 
Während die Tageszeiten natürliche Zeitabschnitte 
sind, auch von Natur durch den Wechsel von Licht und 
Finsterniss, von Wirken und Ausruhen einen eigenthüm- 
liehen Charakter haben; ist die weiter gehende Eintheilung 
des Tages und der Nacht in Stunden so wenig durch 
die Natur selbst dargeboten, so sehr nur mathematischer 
Art, dass in ihr selbst kaum Stoff oder Antrieb sich 
llndet, dies Zeitmaass zu beseelen, die Stunden als lebendige 
und persönliche Wesen erscheinen zu lassen. Vielmehr wird 
diese Vorstellung mehr von aussen herzugehracht. Sie 
 Kosegartcn 
Dichtungen Bd. Vl.
        

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