Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031321
370 
leuchtendem Meere empor".  „Die Nacht gegenüber soll 
sich niederwärts bewegen und wie Aurora sich aus ruhigem 
Meere erhebt, so senke diese sich in ein dunkles, nebeliges 
hinab. Ihr Colorit sei schwarz, schwarz ihr Mantel, 
schwarz ihr Haar, schwarz und zum Fluge ausgebreitet 
ihre Fittige; ihre Hände seien hoch gehoben, in der 
einen halte sie ein schlummerndes weisses Kind, als Bild 
des Schlafes, in der andern ein schwarzes, welches zu 
schlafen scheint oder todt ist, da sie, wie man sagt, die 
Mutter des Schlafes und Todes ist. Es erscheine als 
ob sie mit dem Haupte vorwärts in tieferes Dunkel sinke, 
der Himmel umher aber sei dunkelblau und reich mit 
Sternen besäet. Ihr Wagen sei von Bronze, die Bäder 
in vier Theile getheilt, mit vier Speichen, um ihre vier 
Wachen anzudeuten  
3. Schliesslich möge hier noch einiger jüngeren 
Darstellungen vornehmlich aus der ersten Hälfte des 17. 
Jahrhunderts gedacht werden, die in der Kunstgeschichte 
berühmt sind. Das ist das schon (oben S. 195.) erwähnte 
Deckengemälde des Guido Beni im Gartenhaus des Pa- 
lastes Bospigliosi, worin Aurora erscheint dem Sonnen- 
gott voranschwebend, und Lucifer mit der Fackel über 
Vasari a. a. O. Th. V. S. 237 f. 239 f. Daselbst S. 244. wird 
auch die Dämmerung beschrieben, welche man "als einen ganz 
unbekleideten Jüngling abgebildet findet, bisweilen mit, bisweilen 
ohne Flügel, mit zwei brennenden Fackeln in Händen, von 
denen die eine sich an der Fackel der Aurora entzündet, die 
andere der Nacht zugekehrt ist. Einige lassen diesen Jüngling 
mit den beiden Fackeln auf einem Pferde der Sonne oder der 
Aurora reiten; da dies indess nicht in unsern Plan passen würde, 
wollen wir ihn der Nacht zugewendet darstellen, unten zwischen 
seinen Füssen aber einen grossen Stern anbringen, den Stern 
der Venus, denn Phosphorus, Hesperus und die Dämmerung 
scheinen eins zu sein,  allsserdem dürfen nahe der Morgen- 
röthe alle kleineren Sterne nicht mehr unterschieden werden".
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.