Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031306
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Kaum können dafür noch gelten die Tageszeiten von 
Carl von Mander 1) mit Götteriiguren von selbständiger 
Bedeutung, aber mit allegorischer Anwendung, da sie so 
gewählt sind, dass sie den Charakter jeder Tageszeit, 
die gewissermassen unter ihrer Herrschaft steht, repräsen- 
tiren: nehnilich ausser Aurora für den Morgen, Phöbus 
für den Mittag, Venus für den Abend, Morpheus für die 
Nacht. Hingegen gehören gar nicht hierher die Tages- 
zeiten von Charles le Brun 2), da es nur häusliche Scenen 
aus einer Satyrfamilie sind, in denen diese Blätter die 
vier Zeiten des Tages schildern.  
2. Eine andere Reihe von Darstellungen der Tages- 
zeiten beginnt mit Raphael, von dem eine Zeichnung zu 
einer Medaille (um 1514) entworfen ist 3): Aurora erhebt 
sich aus dem Schooss der Thetis in einer Biga, deren 
Pferde von zwei Horen geleitet werden. Demnächst ist 
von D0ss0.D0ssi (nach 1554) Aurora auf ihrem Wagen 
gegenüber dem Helios mit dem Sonnengespann ein 
gerühmtes Deckengemälde im Herzoglichen Palast zu 
Ferrara 4). Früher (im J. 1542) waren in Wandmalereien 
für die Brüder della Calza zu Venedig von Cristofano 
Gherardi und Vasari vier kolossale Bilder von zehn Ellen 
Höhe mit den Figuren der Zeit, der Atlrora, der Sonne 
und der Nacht dargestellt: man sah die Aurora aus Ti- 
thon's Armen kommend auf einem Wagen von Hähnen 
gezogen und Rosen streuend; die Nacht mit dem Mond 
I) Gestochen von Jac. Maetham, Bartsch Peintre grav. T. III. 
p. 174 sq. n. 176-179. 
z) Vier Blätter, gestochen von Mariette, im K. Kupferstichkab. zu 
Berlin. Dumesnil Peintre gramfranq. T. I. 11.164 sq. n. 4-7. 
1') Gestochen von Marc Antonio, Bartsch Peintre grav. T. XIV. 
p. 222. n. 293. Passavant Rafael von Urbino Th. l. S. 234. 
Th. II. S. 437. 
4) Tüb. Kunstblatt 1841. N0. 75. S. 315.
        

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