Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031273
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welche die Ecken dieser Einfassung einnehmen: samml- 
lich in ganzer Figur und bekleidet, das Morgenroth als 
Jüngling, der Mittag bartig, der Abend hat der Kleidung 
nach ein weibliches Ansehn, die Mitternacht ist bärtig- 
und behaart; mit Attributen sind sie nicht versehen, aber 
die Namen sind beigeschrieben: Aurora, Meridies, Vespera, 
Pruina. Die andere Vorstellung der Zeitkreise in einer 
berliner Handschrift enthält oberhalb und unterhalb der 
Figur des Jahres den Tag und die Nacht in halber Figur: 
die Nacht mit verbundenen Augen von Sternen umgeben 
und mit einem grossen goldenen Stern über ihrem Hauple, 
wie er auc-h über dem Tage erscheint: beide in Runden, 
welche von den Figuren der Jahreszeiten gehalten werden. 
Entgegengesetzt ist das Motiv, welches in der ur- 
sprünglichen Anordnung dieser Bilder im griechischen 
Mittelalter sich zeigt: da sind es die Figuren des Tages 
und der Nacht, welche das Rad des menschlichen Lebens 
sammt den Monaten, Jahreszeiten und dem Jahre um- 
drehen 1). Und zwar werden dieselben in dem Handbuch 
des Dionysius als Genien (Engel) bezeichnet;  in dem 
Gemälde der Kirche zu Sophades aber Sind Sie vorgestellt, 
der Tag ganz weiss, die Nacht ganz schwarz: jener 
trägt eine goldene, die Nacht eine schwarze (eiserne) 
Krone, die letztere hat ausgebreitete Flügel, welche das 
Ueberschatten andeuten. Beide Figuren erscheinen in den 
untern Ecken des Quadrats, dessen obere Ecken Sonne 
und Mond einnehmen,  der Tag auf jener, die Nacht 
auf dieser Seite, ähnlich wie in dem StuttgarterMiniaturbilde. 
In 
der 
neuern 
Zeit. 
1_ Qhng Zusammenhang mit diesen Vorstellungen 
in der neuem Kunst die Personification sowohl einzelner 
ist 
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