Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031225
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die in der andern nicht vorkommt, und dass den Hinter- 
grund der letztern Bäume bilden, die in der erstern 
fehlen. Die ganze Vorstellung bezieht sich aufJes. 26, 9 1): 
meine Seele sehnt sich (eig. ist früh auf) nach dir in 
der Nacht, 0 Gott", woraus die Figur des Propheten und 
das Symbol Gottes, so wie die beiden allegorischen Ge- 
stalten sich erklären. Denn wenn der Prophet von der 
Nacht ab- und dem Morgen zugewendet, anbetend zu 
der Hand im Himmel aufblickt, so heisst das, er ist in 
der Frühe wach und sucht den Herrn. Doch möchte 
diese Deutung der beiden Zeitliguren den Sinn des Bildes 
nicht erschöpfen. Denn da der Name „Morgen'i nach 
dem griechischen Text aus dem Frühaufsein (69390; aus 
ögßgiCst) abgeleitet ist; so führt auch die Figur des 
Morgens auf das am frühen Morgen Wach-sein des 
Propheten zurück. Also scheint dieses Wach-sein, die 
Frühandacht, d. h. der Geist des Propheten, der früh 
den Herrn sucht, selbst auch in dem Knaben mit der auf- 
wärtsgerichteten Fackel sich persönlich darzustellen,  
wie auch in dem einen Bilde von dem Haupte desselben 
bis zu der Hand im Himmel eine Flamme, gleichsam ein 
Opfer des Gebets, emporlodert. 
Den Durchgang durch das rothe Meer enthalten die 
ebengenannte pariser und eine vaticanische Handschrift 
des Hten oder 12ten Jahrhunderts in übereinstimmen- 
den Gemälden, die schon früher (oben S. H5.) wegen der 
Person des Ahgrundes, welche den Pharao in die Tiefe 
zieht, vorgekommen sind. Die lsraeliten waren durch 
die Wüste am Schilfmeer gezogen und durch dasselbe 
verfolgte sie Pharao bei Nacht. Daher sieht man neben 
der personificirtcn Wüste CEQqttog) die Nacht (N65) 
blau mit dem Stcrnengewande,  und gegenüber, den 
 Griechisch: 
3x vvx-rä; ögälgitjev I6 7111217446 Äuov
        

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