Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027716
jauchzena werden (Jer. 51, 48.) 1).  Hingegen deuten 
andere Stellen darauf hin, wie die Natur ihren Herrn er- 
kennt nnd mit Zittern seinem Wink gehorcht, vor allem 
bei der Schöpfung: „anf Bergen standen Gewässer; vor 
deinem Schalten flohen sie, vor deiner Donnerstimme 
flohen sie hinweg" (Ps.104, 6.   aber auch immer- 
dar: „Jehova's Herrlichkeit ist ewig, es freuet sich Jehova 
seines Werks , der da blickt auf die Erde und sie zittert, 
der da rührt an die Berge und sie ranehenii (ebendas. 
v. 31. 32.) 2).  Endlich wird der Natur auch ein sitt- 
liches Bewusstsein und dessen Bethätigung zugeschrieben, 
wenn es im Hiob (20, 27) heisst: „Der Himmel ent- 
hüllt des Frevlers Schuld und die Erde erhebt sich wi- 
der ihn." 
S0 erblickt die Begeisterung des alttestamentlichen 
Dichters und Sehers die Natur und ihre Werke schon 
auf gleicher Stufe, wie die Geschichte, zu persönlichem 
Dasein verklärt,  während eine apostolische Stimme 
wohl anerkennt, dass die Creatur noch der Eitelkeit unter- 
worfen ist, aber auch ihr ängstliches Harren und ihre 
Hoffnung schildert, von der Knechtschaft der Vergäng- 
lichkeit frei zunverden zu der herrlichen Freiheit der 
Kinder Gottes 3). Jene Auffassung aber wird noch unter- 
stützt durch solche Ereignisse, in denen die Natur den 
Kreis ihrer Gesetze iiberschreitend, in die Epochen der 
heiligen Geschichte eingreift, so dass sie nicht allein dem 
Wort des Herrn oder seines Propheten fügsam ist, son- 
dern selbst eine Theilnahme an den Wunderthaten Gottes 
zu bezeugen scheint. Diese Wunder sind erstens heim 
Auszug der Israeliten aus Aegypten das Zurücktreten des 
rothen Meeres, wie der 114. Psalm es schildert (v. 3-  
l) Darnach Offenb. 18, 
2) Ebenso Ps. 144, 5. 
1') Böm. 8, 19-21.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.