Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031177
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und mit einer phrygischen Mütze auf dem Haupt, erschei- 
nen 1), und zwar in der Regel der eine mit erhobener, der 
andere mit gesenkter Fackel 2), zu beiden Seiten des 
Stieropfers 3),  welches also zwischen Aufgang und 
Niedergang dargehracht wird. Doch ist man nicht einig 
darüber, 0b diese Lichtgestalten dem Tageskreis oder dem 
Jahreskreis angehören 4): im letztern Fall würden der 
Frühling und Herbst, das Auf- und Niedersteigen der 
Sonne in den Nachtgleichen, angedeutet  mithin diese 
Personificalionen an die früher nachgewiesenen [Figuren 
der Jahreszeiten anzureihen sein. 
 Diese Jünglinge mit der erhobenen und gesenkten Fackel zu 
beiden Seiten des Stierupfers sind theils so geordnet, dass der 
Jüngling mit der erhobenen Fackel unter der Sonne, der mit der 
gesenkten Fackel unter dem Monde steht, namentlich auf dem Re- 
lief aus dem capitolinischen Speliium im Louvre, s. oben S. 120. 
Anm. 4.; sowie auf dem Relief in Villa Altieri, einem andern 
im Louvre und in Villa Colnnna, bei Lajard Bech. sur le 
culte public et les mysteres de Mithra P1. LXXIV. LXXVI, 1. 
LXXXII, 1. Oefters umgekehrt, wie in den Reliefs von Hed- 
dernheim im Museum zu Wiesbaden, von Neuenheim in der 
Biblioth. zu Heidelberg, von Mauls im Anzikenkaib. zu Wien, 
von der Insel Capri im Museum zu Neapel und zwei Reliefs 
der battyanischen Samml. in Carlsburg, bei Lajard l. c. Pl. 
XC. XCII. XCIV. (dasselbe auch Pl. XCIII, 1. 2.) XCVII, 2. 
LXXIX, 1. XCVI, 2. 
2) Ausnahmsweise erscheinen beide mit gesenkter Fackel auf einem 
Relief im Museum Chiarainonti, bei Lajard l. c. Pl. LXXIX, 2. 
"l Ausnahmsweise erscheinen beide zusammen" zur linken Seite. 
der Jüngling mit gesenkter Fackel unter dem mit erhobener 
Fackel, auf einem Relief von Glas ehemals im Mus. Olivieri zu 
Pesaro, und einem von gebrannter Erde ehemals im Palast Ottav. 
Zeni zu Rom, bei Lajard l. c. Pl. LXXXVIII. LXXXIX. 
4) Das erstere wird angenommen von della Torre Monum. vet. 
Anlii P.II. c. 4. p. 192. neuerdings V01! Gerhard Üebßr die 
Lichtgottheiteu a. a. 0. S. 386;  für das andere erklärt sich 
Creuzer Symb. und Mythol. 3. Aufl. Th. I. S. 249., auch 
Lajard. 
23'
        

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