Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031154
353 
sie nicht sowohl als Hemera, sondern vielmehr in jener 
engern Bedeutung als lllorgengöttzin,  sowohl aus mythi- 
schem Anlass, namentlich bei dem oftmals dargestellten 
Raube des Kephalos 1), als zumal in kosmischer Geltung 
in Verbindung mit dem Helios beim Sonnenaufgang 2). 
Sonst liess sich der Morgen und der Abend mittelbar 
andeuten durch den Sonnengott und die Mondgöttin vermöge 
der Stellung, die sie in ihrer Himmelsbahn einnehmen: 
nehmlich der Morgen durch den aufsteigenden Sol und die 
niedersteigende Luna und umgekehrt der Abend. Und so sind 
sie nicht selten beide zusammen, Sol mit dem Viergespann, 
Luna mit dem Zweigespann vorgestellt 3).  Abebdie Boten 
des Tages und der Nacht sind der Morgen- und der Abend- 
stern, die beide schon bei Homer erwähnt werden 4): erst 
eine spätere Zeit erkannte, dass es nur ein und derselbe 
Stern sei 5) ; doch zeichnen den Morgenstern bei den Dichtern 
weisse oder rosige Flügel ß) 305,1 wogegen der Abend- 
stern als der dunkele bezeichnet wird T),  auch hat 
dieser ein dunkles, jener ein weisses Boss S). Durch 
I) Denn diesem Mythus ist es wesentlich, dass der Jüngling, ein 
Jäger, am frühen Morgen von ihr entführt wird; O. Jahn 
Archäol. Beitr. S. 99. 
2) Eos mit einem Viergespann, gefolgt von dem Wagen des I-Ielios, 
auf einer Vase von Canosa, bei Gerhard Ueber die Licht- 
gottheiten in d. Philol. u. histor. Ahhandl. der K. Akad, der 
Wiss. zu Berlin. Jahrg. 1838. S. 386. Taf. III, 1. 
1') O. Jahn Archäol. Beitr. S. 79 ff. 85. Vergl. oben S. 116 f. 
4) I-Iom. II. w, 226. f, 318. 
5] Zuerst Pythagoras nach Plin. Hist. nat. Lib. II. c. 8. Vergl. 
Cic. Nat. deor. Lib. II. c. 20. Stat. Theb. VI, 241. Serv. in 
Aen. VIII, 590. 
Ü) Jon Chius fr. 59. p. 63. ed. Köpke nennt ihn Äsvxonräguya 
vrgddgoyov. Hingegen mit roseis alis schildert ihn Valer. 
F lacc. Argonaut. Lib. VI. v. 527. 
7) Stat. Theb. Lib. VIII. v. 159. 
B) Ovid. Fastor. II, 314. Metam. XV, 189.  
Piper, Mythol. u. Symbol. d. rhr. Kunst. I. 2. 23
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.