Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031147
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Gegensatz gegen die Nacht das Tageslicht und die ganze 
Tageszeit bezeichnet 1); so entspricht dem ihr Beruf, 
da sie dem Sonnengott voran von Morgen bis Abend die 
Himmelshahn zurücklegt 2). Und so gilt sie für die Tages- 
göttin überhaupt, deren Name auch (Hemera) ihr beige- 
legt wurde 3). Diese Tagesgöttin ist es, welche bei den 
Dichtern mit weissen Fittigen versehen 4) und theils zu 
Wagen mit einem Zwei- oder einem Viergespann 5) von 
weissen G) oder rosigen Bossen 7), theils auf dem Flügel- 
pferde (Pegasus) reitend S) geschildert wird. 
Häufig ist auch die Kunstvorstellung der Eos, und 
zwar in derselben Weise zu Pferde oder zu Wagen mit 
einem Zwei- oder einem Viergespann. Hier aber erscheint 
1) l-Iom. Il. 11', 451; w, 493. Besonders deutlich bei Bion Idyll. 
III. v. 18., wo es von der Frühlingszeit heisst, dass Nacht und 
Tag (riuig) gleich sei. 
2) Hom. Od. IuT, 3 sq. giebt ihr, gleich dem IIelios, im Westen 
ihre Behausung. Virg. Aen. VI, 535 sq. sagt zur Bezeichnung 
der Nachmittagszeit, dass Aurora schon die Mitte des Himmels 
überschritten habe. Auch heisst es von ihr bei O vid. Metam. VII, 
706: Quod teneat lucis, teneat confinia noctis. 
a) Häufig bei den Tragikern und später ganz gewöhnlich, s. Voss 
Mythol. Briefe Bd. II. 2. Ausg. S. 87.  So wird auch in der 
Beschreibung von Bildwerken, welche den Raub des Kephalos 
durch die Eos darstellen, dieselbe Hemera genannt bei Pausan. 
I, 3, 1. III, 18, 7. 
4) Euripid. Troad. v. 848: 1d; Äevxonrägozf ilyägag. 
5) Mit zwei Pferden, Horn. Od. ql, 246; mit vier Pferden, Euripid. 
Troad. v. 855. Das eine und das andere wird ihr zugeschrieben 
bei Virg. Aen. VII, 26. VI, 535. 
ü) Aeschyl. Pers. 386: llemeämolo; 54545941. Vergl Jac. Grimm 
Deutsche Mythol. S. 699, wo irrthümlich bemerkt wird, der 
griechische Mythus verleihe den Gottheiten des Tages und der 
Nacht keine Wagen. 
7) Virgil. ll. cc. 
a) Euripid. Orest. v. 1004: yorönwlor i; M16. Vergl. Voss 
a. a. O. S. 76 f.
        

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