Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031099
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Die 
Tageszeiten. 
Die Haupttageszeiten finden sich schon in den ältesten 
Urkunden des Alten Testaments erwähnt: der allgemeine 
Unterschied von Tag und Nacht, so wie der Morgen 
und Abend, welche Gott gemacht hat, gleich in der 
Schöpfungsgeschichte; die beiden andern Tageszeiten 
zuerst in der Geschichte Israels in Aegypten, nehmlich 
der Mittag bei der Speisung der Brüder Joseph's (1 Mos. 
43, 16.  die Mitternacht bei der Erwürgung der Erst- 
geburt (2 Mos. 12,  Eben so im Neuen Testament 1).  
Auch die älteste griechische Poesie entbehrt nicht des 
Gedankens, dass die Tage und Nächte von Gott geordnet 
seien 2): es werden gleichfalls die drei Zeiten des (natür- 
lichen) Tages Morgen, Mittag und Abend bei Homer 
unterschieden 3); doch dem entsprechend auch die Nacht 
in drei Theile getheilt 4). 
In der Götterfabel aber ist von diesen Zeiten vor- 
nehmlich nur der Nacht und dem Morgen als mythischen 
Wesen persönliche Existenz geliehen. 
Die Nacht erscheint schon bei Homer als obwaltend 
über Götter und Menschen und mächtig zu schirmen, 
dass selbst Zeus, obwohl erzürnt, sich scheut ihr ent- 
gegenzutreten 5): vielleicht sind der Schlummer (Hypnos), 
I) Der Morgen heissifögfigög Luc. 24, "1; der _Abend idnägcz 
Luc. 24, 29. (sie werden auch umschrieben durch yiurrav vfuäga, 
Luc. 4,42. Apostelgesch. 12,18. und öfter; und durch i viuiga 
xlliusv, Luc. 9, 12. 24. 29): der Mittag viuiga 2111361], Apostel- 
gesch. 26, 13; die Mitternacht Äuämy m35 und 542'601! 15g 
vvxrög, Manh. 25, 6. Apostelgesch. 27, 27. 
2) Hom. Od. 15', 93. 
a) Hom. Il. qf, 111: äaaemv 51' 1116;, 17 03111;, ii yänov riyag. 
4) Ibid. 2', 253. 
5) lbid. 5', 259. 261.
        

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