Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1031010
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wie dic Monate dargestellt.  Hierher gehört auch ein 
Mosaik zu Rheims aus dem 12. oder 13. Jahrhundert 1), 
welches in den vier Ecken eines Quadrats, dessen Mitte 
der Erdkreis einnimmt, die vier Jahreszeiten mit Angabe 
ihrer Namen enthält. 
Wie beliebt zu der Zeit der Gedanke war, der zur 
Darstellung solcher Figuren führte, zeigt die mittelhoch- 
deutsche Poesie, in der, auch abgesehn von den vorhin 
geschilderten Gebräuchen und den sie begleitenden Ge- 
sangen, vielfach die beiden Hauptjahreszeiten Sommer 
und Winter personificirt sind, indem der Winter als Herr 
angeredet 2) und die Güte des Sommers gepriesen 3) und 
von beiden gesagt wird, sie hätten Urlaub genommen 4). 
Und Spuren dieser persönlichen Auffassung haben sich 
auch durch Redensarten wie: der Sommer, der Winter 
ist vor der Thür, kehrt ein  im Munde des Volks bis 
auf diesen Tag erhalten b). 
In 
der 
IIBIIBTII 
Zeit. 
Diesen Gedanken hat auch die Kunst der neuern 
Zeit gepflegt, doch so, dass sie der antiken Motive für 
die Bezeichnung der Jahreszeiten sich erinnerte. Und 
zwar erscheinen dieselben meist als Horen, theils im 
Zusammenhang mythologischer Compositionen, theils selb- 
ständig, theils auch in Verbindung mit einer christlichen 
Kunstvorstellung. 
l. Das letzte finden wir bei Raphael in seinen Tapeten. 
Ü S. oben S. 103. 
2) Nithart CIII, 2, 5. Minnes. von v. d. Hagen 
3) Jac. Grimm Deutsbhe Mythol. S. 720. Anm. 
 Nimhart XVL, 1, 1. s. 202. xx, 2,1.s. 201;  
S. 261. 
b) Vergl. Jac. Grim m a. a. O. S. 719.
        

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