Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030909
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weisen. Allerdings zeigt sich in einem für christlich 
gehaltenen Wandgemälde des Cömeterium der Priscilla 
die Hore des Herbstes, die in der Linken einen Stab, in 
der Rechten Früchte hält, begleitet vielleicht von einem 
Jagdhunde; aber das Gemälde, welches keine Spur des 
Christlichen enthält, scheint seinem ganzen Ursprung nach 
heidnisch zu sein 1). Aehnlich einer Hore, mit Aehren 
und einem Lamm in den Händen, erscheint eine Figur 
auf einem Sarkophag zu Rom: dieselbe hat aber eine eigen- 
thümlich allegorische Bedeutung nach ihrer Stellung 
zwischen Adam und Eva, denen sie die Aehren und das 
Lamm darreicht z). 
Mittelalter. 
Jene Vorstellung der Jahreszeiten auf Gräbern scheint 
nicht das christliche Alterthum und den Bereich der Ka- 
takomben zu überschreiten. Aber unabhängig von dieser 
Auffassung hat sich die Personiiication derselben im spätem 
Mittelalter verbreitet in einer zwiefachen, der sittlichen 
und natürlichen Beziehung. 
Es erscheinen nehmlich die Jahreszeiten zusammen 
mit den übrigen Zeitkreisen: und nun werden diese 
sämintlichen Zeitkreise (Jahreszeiten, Monate, Tageszeiten) 
theils mit dem Kreislauf des menschlichen Lebens ver- 
knüpft, um an die Flüchtigkeit und Eitelkeit der Welt 
zu erinnern,  wozu das griechische Mittelalter An- 
leitung giebt. Andererseits geschieht es im lateinischen 
Mittelalter, dass mit Aufgehung dieser Beziehung die 
Zeitkreise für sich vor Augen gestellt werden als ein Ka- 
lenderbild.  Eine andere Personification der Jahreszeiten, 
F) S. oben Th. I. S. 
2) Ebendas. S. 353. 
203.
        

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