Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030852
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dieser Thiere zu Füssen haben, verschieden charakterisirl, 
indem der Frühling eine Fackel und ein Lamm, der 
Sommer Aehren, der Herbst Trauben und der Winter 
zwei Gänse und ein Füllhorn hält. 
In diesen Vorstellungen an diesem Ort liegt ein 
allgemein menschlicher Gedanke: die Jahreszeiten in ihrer 
Gesammtheit, wie sie den Kreislauf der Natur abbilden, 
sind auch ein Bild der Epochen des menschlichen Lebens; 
am Ende desselben lassen sie auf seinen Anfang und 
Verlauf zurücksehen und an seine Blüthen und Früchte 
gedenken. Aber auch der Herbst und Winter allein und 
ihre Zeichen deuten auf jenen Kreislauf: wie der blätter- 
lose Stamm ein fruchttragender Baum gewesen; so zeigt 
sich auswendig an der Todtenkiste das lebenvolle Bild 
des Verstorbenen, dessen sterbliche Beste sie umschliesst.  
Darum konnten auch solche Bildwerke von den heidnischen 
Grabmälern auf die christlichen übergehen, obwohl sie 
hier noch einem höhern Gedanken Raum gehen. 
lm 
christlichen 
Alterthum. 
Zunächst ist die Eintheilung des Jahres von den 
Griechen und Römern auf die Christen übergegangen. 
Denn im Alten Testament werden nur zwei Jahreszeiten 
unterschieden, Sommer und Winter 1). Und eben diese 
kommen auch im Neuen 'l'estament nur vor 2). Bei den 
Kirchenlehrern aber wird überall die Vierzahl der Jahres- 
zeiten vorausgesetzt,  wie sie schon bei dem ältesten 
derselben, dem Clemens von Rom, sich erwähnt finden 3). 
20. Die önaigu kommt nur 
vor, Offenb. 18, 14. 
c. 20. So auch Tertullian. 
 1 Mos. 8, 22. Psalm 74, 17. 
2) 17590; und leiywv, Matth. 24., 32- 
in angewandter Bedeutung einmal 
a) Clem ens Rom. Ep. I. ad Corinth. 
De regurr, carn. G. '12.
        

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