Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030845
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aus, dass die Genien entweder kahle Zweige oder Zweige 
von Pinien halten 1), oder im Gegentheil Fruchikörbe i),  
das letztere ein herbstliches, das erstere ein winterliches 
Bild des Todes 3). Und zwar sind diese Zeichen den 
Genien gleichmässig zugetheilt; während als Unter- 
scheidungszeichen verschiedene Thiere zu bemerken sind, 
die ihnen beigegeben werden, nehmlich derLöwe, selten 
der Stier für den Sommer und der Eber für den Winter, 
hingegen für den Frühling ein Widder oder Stier oder 
Schaaf oder Reh und für den Herbst ein Panther oder 
Bock 4). Aber auf einer Sarkophagplatte im Pallast Mattei 
zu Rom 5) sind sie auch ausserdem, dass sie je eines 
 Auf dem eben erwähnten Sarkophag im Pio-Clement. Museum. 
2) Auf einem Sarkophag im Mus. Chiaramonti, Beschreib. Ronfs 
II. 2. S. 64. n. 404. Auch auf dem Sarkophag aus Weyden 
sieht man vier Genien mit Körben voll Weintrauben (zwei nackt 
und gellügelt, die andern bekleidet und ungellügelt), welche für 
Genien der Jahreszeiten erklärt werden, s. Urlichs in d. Jahrb. 
des Vereins von Alterthumsfr. im Rheinlande H. III. S. 143. 
Taf. VII. VIII. Doch sind es vielleicht nur bacchische Genien. 
3) Beides kommt auch zusammen, wenn auf einem Sarkophag im 
Pio-Clement. Mus., Beschreib. R0m's II, 2. S. 144. n. 65. 
diese Flügelknabeil mit erhobenen Fruclitkürben in der Rechten 
und einem Baumstamm zur linken Seite in den Feldern einer 
Giehelthür gebildet sind, deren Tympanum mit umgestürzten 
Fruchtkörben verziert ist. 
4) Auf dem Sarkophag im Palast der Conservatoreil, s. oben S. 319. 
Anm. 2, auf einem Sarkophag im Palast Mattei, s. die folg. 
Anm., sowie auf den eben erwähnten Sarkophagen im Mus. 
Chiaramonti und im Pio-Clement. Museum. Von besonderem 
Interesse sind die Bildwerke des letzten Sarkophags: die Genien 
mit den Fruchtkörben in der einen Hand, halten in der andern 
die Zügel von Doppelgespannen, die gegen einander sprengen 
und von Stieren und Böcken, von Löwen und Ebern gebildet 
werden. 
5) Amaduzzi et Venuti Vet. monum. Itlatthaeior. T. III. p. 38. 
Tab. XXIII. Platner Beschreib. R0m's Ill, 3. S. 531.
        

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