Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030737
Die 
Zeitkreise. 
Von den Himmelserscheinungen wenden wir uns zu 
den Zeitkreisen, welche durch jene gemessen werden: 
das sind ihrer drei, der Tag, den der Himmel, der Monat, 
den derMond, das Jahr, das die Sonne macht 1). Aber auch 
der Inbegriff alles dessen, die Zeit selbst, tritt künstlerisch 
in die Erscheinung und nimmt unsere Aufmerksamkeit in 
Anspruch. 
Freilich mag es scheinen, als 0b so abstracte Gegen- 
stände, wie die Zeit und ihre Abschnitte, der Kunst 
keinen angemessenen Stoff darbieten und der künstlerischen 
Theilnahme fern liegen. Dann wäre es immerhin von 
besonderem Interesse zu sehen, wie die Kunst des spröden 
Stoffes Herr wird und den abstracten Formen nicht allein 
Leben einhaucht, sondern selbst Persönlichkeit giebt. 
Aber diese Formen sind nicht so leer,  vermöge 
dessen, was durch die Zeit und in den Zeiten vorgeht. 
Ein altes heiliges Wort erinnert daran, wie jegliches 
seine Zeit hat: geboren werden und sterben, pflanzen 
und ausrotten, suchen und verlieren, weinen und lachen z); 
demnach bieten Natur und menschliches Leben einen 
reichen Inhalt zur Charakteristik der Zeitkreise dar. In 
dieser Verknüpfung entbehren sie sogar des sittlichen 
Gehalts nicht und sind gerade um desswillen auch zur 
Darstellung gekommen. Denn wie derWechsel der Zeiten 
ein Bild der Vergänglichkeit ist, so weiset doch ihr Kreis- 
lauf selbst über die Zeillichkeit hinaus: und so sind sie 
gebraucht, sowohl die l-Iinfälligkeit des irdischen, als die 
bemerkt. 
obigen Worten 
1) Wie Eustath. in II. 15', 308. mit. den 
Vergl. unten S. 52, c. die 6. Anm. 
2) Prcdig. 3, 2. 6. 4.
        

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