Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030558
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des Sonnenjahres verglichen werden 1); so scheint auch 
der Sinn jener Composition auf den Reliquienkasten zu 
sein, dass jedem Monat ein Apostel vorsteht. Wenig- 
stens zugetheilt ist jedem Monat ein Apostel auch in dem 
Kalender (worin übrigens die Thierkreiszeichen aus- 
gelassen sind) des berühmten Psalterium aus dem Ende 
des 12. oder dem Anfang des 13. Jahrhunderts in der 
K. Privatbihliothek zu Stuttgart. Und wenn in der früher 
(S. 228.) (erwähnten Welttafel, welche einem Gedicht 
des Frauenloh in der Weimarer Handschrift aus der ersten 
Hälfte des 15. Jahrhunderts beigefügt ist, am Rande wie 
die 12 Zeichen des Thierkreises, so in der vorangehen- 
den Sphäre der Fixsterne gerade 24 Sterne angegeben 
sind; so scheinen diese Zahlen auf die 12 Apostel und 
die 24 Aeltesten hinzudeuten 2). 
Endlich ist der Thierkreis auch zuweilen bei Dar- 
stellung der Weltschöpfung aufgenommen, namentlich in 
dem Gemälde des Pietro di Puccio (dem mappamondo) 
im Campo santo zu Pisa um 1391, so wie die Thierkreis- 
zeichen in den Kartonen Raphaels, welche in der Kirche 
S. Maria del popolo in Mosaik ausgeführt sind 3).  Eine solche 
Beziehung hat auch die blosse Darstellung des Thierkreises 
innerhalb eines Ringes von Wenzel Jamnitzer (j- 1586) 
 Clemeul. Hom. II. c. 23. vergl. Baur das manich. Religions- 
system S. 298 f.  So werden auch nach der Lehre der 
Valeminianer die 12 Apostel, welche das Evangelium der Wieder- 
geburt verkündigenl, mit den 12 Thierkreisbildern, welche der 
irdischen Geburt vorstehn, zusammengestellt, s. Excerpt. Theo- 
dot. c. 25. p. 975. ed. Power. vergl. Neander Emw. der gnost. 
Syst. S. 139. 
2) Doch ist zu bemerken, dass diese Bestimmung von 24 Fixsterneu 
uusser den 12 Thierkreisbildern sßlwn bei den Chaldiißrn Sich 
findet, Diodor. Bibl. hist. Lib. II. c. 31. 
a) s. oben s. 107. 243.
        

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