Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030546
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zwei elfenbeinerne Beliquienkaslen aus dem 12. Jahrd 
hundert: der eine in der Sammlung des Herrn von Bei- 
der zu Bamberg 1), der andere im Zitter der Schloss- 
kirche zu Quedlinburg 2). Ihre Seitenllachcn nehmlich 
sind durch Bogenstellungen in zwölf Nischen (je vier an 
den Langseiten, je zwei an den schmalen Seiten) abge- 
theilt, in denen die Gestalten der Apostel stehen: und 
über denselben in den Lünetten der Bogenstellung sind 
die Thierkreiszeichen angebracht. Diese Zusammen- 
stellung erinnert erstens an ein antikes Monument, die 
Ara Borghese im Louvre 3), auf welcher die zwölf 
Zeichen des Thierkreises, sowie die zwölf Monate und 
ihnen entsprechend die zwölf Götter vorgestellt sind:  
wie also ursprünglich durch das System der Jahres- 
eint-heilung das System der 12 Götter bestimmt sein 
mag 4), so werden hier die 12 Götter als Beherrscher 
des Jahreskreises gezeigt, jeder Monat unter dem Einfluss 
eines Gottes. Erinnert man sich ferner aus dem christ- 
lichen Alterthum, dass die Apostel, wie sie Christo, der 
Sonne der Geisterwelt angehören, mit den zwölf Monaten 
1) Waagen Kunstw; u. Künstler in Deutschland Th. l. S. 115 f. 
Doch fehlt daran die eine schmale Seite: das ist eben die 
Elfenbeinplatte mit zwei Aposteln nebst der Waage und dem 
Scorpiou, welche in der K. Kunstkammer zu Berlin aufbewahrt 
wird, s. Kugler Beschreib. der K. Kunstkammer zu Berlin 
S. 11. n. 9. (v. Ledebur) Leitfaden für die K. Kunszkauxmer 
S. 3. 
z) N0. 7. Ranke u. Kugler Beschreib. der Schlosskirche zu 
Quedlinburg S. 139-142. 
1') Abgebild. bei Bouillon Musee des antiq. T. I. als Vignette. 
4) Das lieisst bei Bildung desselben in Aegypten, ohne dass bei 
Durchführung des Systems in Griechenland dieser Gedanke ferner 
maassgebend gewesen wäre. Vgl. Preller u. Walz in d. 
Verhandl. der Philologen-Versamml. zu Jena vom J. 1846. 
S. 51. 55.
        

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