Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030494
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Schaale am Rande die zwölf Zeichen des Thierkreises 
und in der Mitte allerdings eine biblische Vorstellung, 
den siebenarmigen Leuchter l) zeigt, dazu eine hebräische 
Inschrift enthält, ist der letztern zufolge eine moderne 
Arbeit aus der Zeit und zu Ehren Kaiser Budolphs II. 
(1576-1612). 
2. Seit dem neunten Jahrhundert aber ist der Thier- 
kreis häufig in Malereien und Sculpturen dargestellt, 
sowohl lediglich als astronomisches oder Kalender-Bild, 
als auch im Zusammenhang christlicher Gedanken. 
Der Mitte des neunten Jahrhunderts gehört ein schon 
früher (S. 141 f.) erwähntes ltliniattirbild an in einer 
pariser Handschrift, der lateinischen Bibel Karls des Kahlen. 
Es bildet zu Anfang der Vorrede des Hieronymus in 
grossen Dimensionen den Buchstaben D, dessen Band 
von den zehn übrigen Sternbildern des Thierkreises be- 
setzt ist, mit Ausnahme der Jungfrau und der Fische. 
Diese nehmen den innern Raum des Buchstabens ein: 
und zwar ist die Jungfrau vorgestellt in der Gestalt der 
Mondgöttin; zwischen den Fischen aber erscheint der 
Sonnengott. Ohne Ziveifel ist der Sinn dieser Composition, 
dass die Sonne in den Fischen und der Mond in der 
Jungfrau gestanden hat,  zu einer Zeit, die gerade 
hier bezeichnet werden sollte, vielleicht als der Abschreiber 
an dieses Werk gegangen ist, falls nicht ein Zeitpunkt 
im Leben Karls des Kahlen bezeichnet werden soll. 
Ferner enthält ein bamberger Evangeliarium aus der 
zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, jetzt in Münchenz), 
worin wie gewöhnlich die Canones den Anfang machen, 
auf den sechs letzten Blättern derselben (B1. 14-19) je 
zwei Zeichen des Thierkreises nach derOrdnung der Monate. 
S. oben S. 
Cim. 59. S. 
260. Anm. 2. 
oben S. 171.
        

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