Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030450
283 
geboren war l). Eine Spur dieses Aberglaubens enthält 
aber auch ein christliches Denkmal des vierten Jahr- 
hunderts, jene Grabschrift auf den Knaben Simplicius im 
capitolinischen Museum 2), welche bei Angabe von Jahr 
(364 n. Chix), Tag und Stunde der Geburt desselben auch 
bemerkt, dass sie in das Zeichen des Steinbocks treffe. 
Auf das Mittelalter ist demnächst die mythologische 
Erklärung der Thierkreiszeichen nach heidnischer Ueber- 
lieferung, wie sie durch Eratosthenes und Hyginus 3) ver- 
treten ist, übergegangen; doch geht ihr zur Seite die 
natürliche Erklärung, welche von dem Sonnenlauf so wie 
von Temperatur- und Ackerbauverhältnissen die Zeichen 
ableitet. Zum Theil die eine, zum Theil die andere Er- 
klärung befolgt Isidorus von Sevilla 4), und zwar die 
erstere bei folgenden Bildern: die Zwillinge sind Castor 
und Pollux, der Widder wird auf Jupiter Ammon, der 
Stier auf die Entführung der Europa, der Steinbock (als 
Ziege Amalthea) auf die Ernährung des Jupiter und der 
Löwe auf eine der Thaten des Hercules bezogen. Dieselbe 
Erklärung findet sich bei Beda 5) und wiederholt in dem 
 Daher er auf Münzen desselben erscheint, s. Eckhel Doctr. 
numm. T. VI. p. 109. cf. p. 94. 120; desgleichen auf der 
Gemma Augustea in Wien, s. Fr. Passow Verm. Schriften 
S. 321. mit Abbild. auf Taf. II. Der Steinbock auf Münzen 
und geschnittenen Steinen überhaupt, s. Habel in d. Annalen 
des Vereins für Nassauische Alterthunnskunde Bd. II. H. 3. 
S. 130-135. Kopp Palaeogr. crit. T. III. p. 143. Die Victoria 
auf dem Zeichen des Steinbocks enthält ein Sardonyx in der 
K. Gemmensamml. zu Berlin Kl. III. n. 1232. Tölken Erkl. 
Verzeiclm. S. 219. 
z) S. oben Tli. I. S. 159. 
3) Eratosthen. Cataster. c. 7. 9-42. 14. 19. 21. 26-28." Hygin. 
Poet. astron. c. 20-30. 
4) Isidor. Orig. Lib. III. c. 71. S. 22-32. 
b) Beda De nat. rerum c. 17. Opp. ed. Col. T. II. p. 22. ed. Giles. 
Vol. VI. Lond. 1843. p. 106.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.