Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030431
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Gegenstände, welche sie bezeichnen wolle, durch eine 
gebräuchliche Benennung kenntlich zu machen: denn wenn 
sie für die Sterne uns ganz unbekannte Namen genommen 
hätte, würde man nicht verstehn was man höre. Ganz 
in demselben Sinn spricht Isidorus von Sevilla 1) sich aus. 
2. Am meisten Beachtung aber haben die Sternbilder 
des Thierkreises gefunden, in deren Auffassung ähnliche 
Gegensätze wiederkehren. 
Schon im Alten Testament sind sie angedeutet als 
die Wohnungen oder Herbergen der Sonne 2), welche 
von den abgöttischen Hebräern unter Manasse göttlich 
verehrt wurden 3). Späterhiil hat man die griechischen 
Namen der Thierkreisbilder in hebräischer Uebersetzung 
sich angeeignet, wie solches insbesondere den Pharisäern 
zum Vorwurf gemacht wird 4). 
Sie spielen dann eine Rolle in den häretischen 
Systemen des christlichen Alterthums, welche mit orien- 
talischer Naturphilosophie versetzt sind. Nach Bardesanes 
wird die Welt ausser von den sieben Planetengeistern 
von der Zwölf beherrscht, das sind die 12 Genien, welche 
die Bilder des 'l'hierkreises bewohnen 5). Nach Priscillianus 
beschränkt sich die Wirksamkeit der 12 Zeichen des 
Thierkreises (indem die Seele zwölf andern Mächten, den 
sogenannten Patriarchen, unterworfen ist) auf den Leib 
des Menschen, der nach jenen zusammengesetzt sein soll: 
so wird jedem der 12 Thierkreiszeichen eines der Glieder 
des menschlichen Leibes zugetheilt, z. B. dem Widder 
1) Isidor. De naL. rerum c. 26. Opp. ed. Arev. T. VII. 
2) 2 Kön. 23, 5. Ebenso wahrscheinlich Hioh 38, 32. 
3) Gesen. Comment. über den Jes. Th. II. S. 329. vergl. 
S. 57. 
4) Epiphan. Haeres. XVI. c. 2. p. 35. a. 
b) Gesen. a. a. O. Th. Il. S. 331 f.
        

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