Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030352
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stellern die Repräsentanten der verschiedenen Standpunkte 
aus denen sie aufzufassen und zu beurtheilen ist, hervor; 
zuheben. 
Zuerst Luther leitet die griechische Lehre auch aus 
biblischer Ueberlieferung ab 1): Pythagoras, sagt er, rede 
von einer überaus lieblichen Harmonie des Himmels, gleich 
als 0b er den Hiob gelesen hätte. Er erklärt sich aber 
darüber auf folgende Weise, indem er die Gleichgültigkeit 
gegen die täglichen Wunder der Schöpfung rügt 2): 
„Gegen diese Werke alle sind wir taub worden und achten 
ihrer nicht mehr; wie Pythagoras wohl gesaget hat, dass 
die gleiche und ordentliche Bewegung der Sphären unter 
dem Firmament einen schönen und lieblichen Gesang von 
sich gebe: weil ihn aber die Leute täglich hören, werden 
sie dagegen taub: gleichwie die Leute, so da nahe am 
Wasser Nilo wohnen, des grossen Bauschens und Krachens 
des Wassers, weil sie es täglich hören, nichts achten, 
das doch andern, die es nicht gewohnt sind, unleidlich 
wäre. Diesen Spruch hat Pythagoras ohne Zweifel aus 
der Väter Lehre genommen, die nicht gewollt haben, 
dass die Bewegungen, der himmlischen Sphären einen 
Laut oder Klang von sich gehen: das aber haben sie ge- 
wollt, dass ihre Ordnung, Art und Eigenschaft sehr lieb- 
lich und ganz wunderbarlich sei; werde aber von uns 
Undankbaren und Unempfindlichen nicht geachtet noch 
gemerket." 
Mit grosser Liebe und Ausdauer hat-Keppler den 
Untersuchungen über die Harmonie der Welt als einer 
Lebensaufgabe sich hingegeben, ja mit Andacht, um „die 
 Luther Anm. über den Evang. Matth. 15.; 34. S. 
V. Walch Th. VII. S. 4Ü7. 
2) Derselbe Auslegung der Genes. 2, 21- 5- 150- 
S. 226. 
Werke 
Th. I. 
P'i p e r , Mythol. 
Symbol. 
chr. 
Kunst. 
18
        

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