Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030319
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des Pan als Repräsentanten der Himmelsharmonie, der 
im klassischen Altcrthum zur Darstellung" gekommen ist, 
jener Ueberlieferung fremd geblieben. Es sind aber 
andere mythische Gestalten, welche der christlichen Kunst 
sich anbieten,  nicht allein wenn die Himmelskörper 
nach Anleitung ihrer Götternamen in menschlicher Ge- 
stalt gedacht, sondern auch abgesehn davon, wenn ihnen 
himmlische Begleiterinnen gegeben werden. Und eine 
Andeutung dessen hat auch die bisher verfolgte christ- 
liche Tradition festgehalten, in der von den Musen die 
Rede ist (bei Begino und Pseudo-Isidorus), welche, bis 
auf eine, die der Erde angehört, auf den Himmelssphären 
singend ihre Stelle einnehmen. Dazu kommt noch eine 
zwiefache Vorstellung, welche in dem letzten Zeitalter 
ausgesprochen ist. 
Einestheils werden nach dem platonischen Mythus 
Sirenen als Träger der Musik den Himmelskörpern bei- 
gegeben. So finden wir es bei dem Alanus ab Insulis 
(im 12. Jahrh.) in seiner Encyclopädie, wo er den Weg 
der Prudentia durch die Himmelsspharen beschreibt. Wie 
dieselbe diesem Baum sich nähert, hört sie eine neue 
Art des Gesanges, es ist die Himmelscither, welche er- 
klingt: von Seiten des Mondes mit leiserem Gesang, am 
herrlichsten sind die Töne der Sonne, eine Domierstimme 
geht vom Mars aus, ein süsser Nachtigallenton vom Ju- 
piterl). Aber verschieden wird der Ursprung dieser 
Töne bezeichnet: theils ist es die Stimme einer Sirene, 
Wie bei der Sonne, dem Mercur und Mars 2), theils heisst 
1) Alani Anticlaud. Lib. IV. c. 6-9. Opp. ed. de Visch p. 363- 
2) lbid. c. 6. p. 364; 
l-lunc cautum Syrcna parit, quße SOÜS üdhllßrü 
Motibus; 
und weiter: 
Voce pari similique mod: 
Mercurii Syrena canif; 
cantuque prupinqxux
        

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