Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030298
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Anders theilt Begino Abt von Prüm (bis 899 -l- 915), 
die Musik in die natürliche und in die künstliche (instru- 
mentale), deren erstere die Bewegung des Himmels und 
die menschliche Stimme umfasst: dabei erörtert er aus- 
führlicher die hinnnlische Musik. Er beschreibt sie aber 
ganz mit den Worten des Boethius 1) und deutet dahin 
auch die Vertheilung und den Gesang der Musen auf den 
Hinnnelsspharen, wovon Martianus Capella spricht 2).  
Hingegen mehr in nuturwissenschaftlichern (kosinographi- 
Schein) Interesse wird die himmlische Musik beschrieben 
in einer eigenen kleinen Schrift (de harmonia et caelesti 
musica) unter dem Namen des Isidorus von Sevilla 3): 
da ist von der süssen Harmonie die Rede, mit welcher 
die Planetensphären sich bewegen und warum ihr Ton 
nicht an unser Ohr gelangt 4); es werden die musikalischen 
Intervalle der Planeten (wie bei Plinius) angegeben und 
endlich bemerkt, dass entsprechend den neun Consonanzen 
zwischen der Erde und dem Firmament, welche man dem 
Menschen eingeboren fand, die Philosophen die neun 
Musen erdichtet hätten. Diese Erörterung (sammt der 
ganzen kleinen Schrift) ist wörtlich aufgenommen in das 
Werk de imagine mundi, welches ehemals dem Ansehnus 
1) Regin. Prum. De harm. instit. c. 5. bei Gerbert. l. c. p. 233- 
235. Die Schrift ist keineswegs verloren, wie Bähr angiebt, 
Gesch. der röm. Literat. im karol. Zeitalter S. 537. 
2) Ibid. c. 17. p. 245. vergl. c. 5. p. 234. 
3) Abgedr. zu Isidor. De nat. rerum c. 13. in d. Opp. ed; Arev. 
T. VII. p. 23-25; s. (über die vatic. Handsehix, worin dieser 
Traetat sich findet) Ibid. T. II. p. 70. 332. 
i) I-Ii septem orbes cum dulcisona hurmonia volvuntur ac suavissimi 
concenuzs-eorum circuitione efficiuntur. Qui sonus ideo ad nostras 
aures uon pervenit, quia ultra aures Iit et ejus magnitudo nostrum 
ßngustum auditum excedit: nullus enim sonus a nobis percipitur, 
nisi in hoc aöre efficiatur.
        

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