Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030282
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Naehweisung, nach Nicomachus, dass der tiefste 'l'en dem 
Saturn 1) und so ferner die folgenden den nächsten Pla- 
neten, also dem Monde der höchste Ton eigen sei; wo- 
gegen Cicero die umgekehrte Ordnung annelime, so 
dass dem Monde der tiefste Ton zukomme 2). 
Hiernach ist dieser Gegenstand zunächst nach seinem 
künstlerischen Interesse von den kirchlichen Schriftstellern 
über Musik, sei es in der allgemeinen Encyclopädie oder 
in besondern Schriften aufgenommen. Cassiodorus 3) deutet 
nur sehr allgemein an: es seien auch Himmel und Erde 
nicht ohne Musik, sofern nach dem Zeugniss des Pytha- 
goras diese Welt durch dieselbe gegründet sei und regiert 
werde. Etwas bestimmter lautet die Aussage des Isidorus 
von Sevilla in seinem grosseil encyelopädischen Werk 4), 
welche Rhabanus Maurus wörtlich abgeschrieben hat 5). 
Ein Zeitgenosse desselben Aurelianus Mönch im Kloster 
llloutier-Saint-Jeane), um 843, giebt jene dreifache Ein- 
theilung der Musik, insbesondere die Beschreibung der 
musica mundana, wörtlich nach Boethius mit einigen 
Zusätzen, indem er sich namentlich für die Anerkennung 
der himmlischen Harmonie auf das Wort des Herrn an 
Hiob beruft: aut concentum coeli quis (lormire facitT). 
 Ibid. c. 20. p. 1384. und weiter c. 27, welches von der Frage 
handelt: qui nervi quibzas .s'yderibus compurentur, p. 1391 sq. 
2) Vergl. oben S. 247. Anm. 1. 
a) Cassiodor. De art. liber. c. 5. Opp. ed. Garet. T. II. p. 586. 
4) Isidor. Orig. Lib. III. c. 17. S. 1. Opp. T. III. p. 133. ed. 
Arev.: Itaque sine musica nulla disciplina potest esse perfecta: 
nihil enim est, sine illa. Nam et ipse nlundus quadmn harmonia 
sonorum fertur esse compositus et caelum ipsum sub harmoniae 
modulatione revolvimur. 
5) Rhaban. Maur. De univcrs. Lib. XVIII. c. 4. Opp. T. I. p. 230. 
ü) Reomense Monasterium in der Diöcese von Langres. 
7) Aurelian. Beomens. Music. disc. c. 3. bei Gerben. Script. 
eccles. de music. sacra potiss. T. I. p. 32. Ebenso c. 8. p. 40. col. 2.
        

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