Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030278
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ausser der Ursache der Betäubung, gleichwie bei den 
Anwohnern der Katarrhakten des Nils, auch den Zweck, 
dass nicht die Menschen, gefesselt durch die Süssigkeit 
der himmlischen Musik und von Verzückung hingerissen 
ihre eigenen Geschäfte verliessen und alles hier müssig 
bleibe. Und entgegnet in ersterer Beziehung: da wir 
den Donner hörten, so würde auch der Umschwung jener 
Himmelssphären, die bei stärkerer Bewegung auch lauter 
tönten, uns hörbar sein müssen. Bei einer andern Ge- 
legenheit (s. oben S. 261.) nennt er den Plato als Träger 
dieser Lehre und wendet gegen den Origenes, der sie 
aufgenommen habe, ein, dass er auch sonst den Satzungen 
der Philosophen zu viel nachgebe. 
Im 
Mittelalter. 
l. Nichtsdestoweniger hat diese Lehre vom sechsten 
bis in's dreizehnte Jahrhundert vielfache Beistimmung ge- 
funden, welche vornehmlich auf die spätern römischen 
Schriftsteller des 5. und 6. Jahrhunderts sich gründet. 
Diese Gewährsmänner sind namentlich Macrobius 1), 
Martianus Capella 2) und Boethitis. Der letztere unter- 
scheidet eine dreifache Musik 3): die mundana, humana 
und instrumentalis, von denen die erste  die Harmonie 
in der Welt  in der Zusammensetzung der Elemente 
und in dem Wechsel der Jahreszeiten, zunächst aber am 
Himmel sich zeige. Denn wie wäre es möglich, sagt er, 
dass die so geschwinde Himmelsmaschine in schweigen- 
dem und stillem Lauf sich bewege, wenn auch jener Ton 
an unser Ohr nicht kommt, was aus vielen Ursachen 
nicht anders sein kann. Er giebt dann später die nähere 
1) Macr 0b. In sonm. 
2) S. oben S. 253. 
a) Boeth. De music. 
1373.
        

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