Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030229
260 
viel Nächte (2. Mos. 24, 18.) weder Speise noch Trank 
anrührle. Diese Hinnmelslyra scheint zu keinem andern 
Zweck besaitet zu sein 1), als dass zu Ehren des Vaters 
der Welt Lobgesänge ertönen. 
Im 
christlichen 
Alterthu m. 
l. ln der christlichen Kirche hat man einige Stellen 
der heiligen Schrift benutzt, um die Lehre von der 
Harmonie der Sphären wenn nicht zu begründen, doch 
daran anzuknüpfen. Es sind vornehmlich die Stellen 
Psalm 19, i. 5.: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes  
durch alle Lande gehet ihr Klang", und ähnlich Hohe- 
lied 6, 10: „tönend wie die Sonne" (sonans ut sol, nach 
der falschen Uebersetzung des Aquila); ferner Ezech. l, 
24; „lch hörete die Flügel rauschen wie grosse Wasser 
und wie ein Getöne des Allmächtigen, wenn sie gingen"; 
endlich (jedoch nur nach der falschen Uebersetzung der 
Vulg.) Hiob 38, 37: quis enarrabit coelorum rationem et 
concentum coeli quis dormire faeiet. 
Zunächst jedoch wird jene Lehre an die Erklärung 
von dem siebenarmigen Leuchter (2 Mos. 25, 31. 32. 36.) 
angeknüpft. Schon von Philo war derselbe auf die sieben 
Planeten gedeutet 2), in deren Mitte die Sonne die jen- 
seitigen wie die diesseitigen Planeten erleuchtet, „indem 
sie das musikalische und göttliche Instrument (die Himmels- 
l) Wörtlich heisst es hier nur: „Der Himmel, das urbildliche In- 
strument der Musik, scheint zu keinem andern Zweck zusammen- 
gesetzt zu sein";  aber an einer andern Stelle De mundi 
opif. S. 42. p. 29. setzt Philo die Harmonieen der siebensaitigen 
Leier mit dem Beigentanz der sieben Planeten in Analogie. 
Q) ln diesem Sinn scheint der siehenarmige Leuchter dargestellt. zu 
sein umgeben von den Bildern des Thierkreises auf einer Wiener 
Gemme, s. unten S. 49, ll, 1.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.