Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030156
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der Fixsternhiminel hinzugerechnet. Einer solchen Ver- 
theilung der Musen gedenkt Plutarch 1), dass deren acht 
im Himmel, in den acht Sphären ihren Sitz haben und 
den Umläufen derselben verstehen, während die neunte 
den Baum unter dem Monde inne hat und den Sterb- 
lichen ihre Gaben spendet: doch wird jenen überirdischen 
nur die Bestimmung gegeben, das harmonische Verhält- 
niss der Planeten unter einander und zum Fixsternhimmel 
Zu erhalten,  von einer Musik des Himmels ist dabei 
nicht die Rede. Ausführlich aber äussert sich darüber 
Martianus Capella 2), welcher sowohl den Himmelskörpern 
ein harmonisches Geläute von lieblicher Melodie beimisst 3), 
als einem jeden eine Muse mit entsprechendem Gesange 
zutheilt, und zwar  
dem Fixsternhimmel die Urania 
„ Saturn „ Polymnia 
„ Jupiter „ Euterpe 
„ Mars „ Erato 
der Sonne „ Melpomene 
„ Venus „ Terpsichore 
dem Mercur „ Kalliope 
„ Monde „ Klio; 
die Thalia allein, weil der sie tragende Schwan der Last 
und des Fluges ungewohnt, den nährenden Sumpf auf- 
I) Plutarch. Sympos. Lib. IX. qu. 14. c. 6. p. 746. a. Id. De 
annimae procreat. in Tim. c. 32. extrÄ p. 1029. d.  Plutarch 
erwähnt an der erstem Stelle (c. 4. p. 745. b. cf. c. 3. p. 
744. c.) die delphische Sage, welche nur drei Musen kannte 
und zwar, indem sie die Welt dreifach eintheilte, in den Fix- 
sternhimnlel, den Planetenhilnumel und den sublunarischen Raum, 
die nach harmonischen Verhältnissen verbunden wären,  für 
jeden derselben eine Muse als Wächter annahln. 
2) Martian. Capell. De nupt. phil. et Merc. Lib. l. S. 27. 28. 
p. 68 sqq.  
3) Vßrgl. ehendas. Lib. 1x. s. 921. p. 715.
        

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