Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030111
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Bewegungen beiwohne, hat auch Plato 1) sich angeeignet, 
indem er die Zahlen der pythagoreischen doppelten Te- 
traktys, welche die Ursache aller Dinge sein soll, auch 
alle musikalischen Consonanzen in sich begreift, für die 
Distanzen der Planeten von der Erde zum Grunde legt, 
so dass ihnen folgende musikalische Intervalle entsprechen: 
Mond, Sonne, Venus, Mercur, Mars, Jupiter, Saturn; 
1 2 3 4 8 9 27 
x; x_z xx x_x xx a1 
Diapason, Diapente, DiatessaromDiapzisoil,Ton, Diapason u. Diapcntc 
d.i. Octave, Quinte, Quarte, Octave,  OctavemQuintc. 
Unter den Lateinern hat vornehmlich Gicero 2) diese Lehre 
geltend gemacht. Wogegen Plinius 3) sie nur als ein 
feines Spiel des Geistes anerkennt. 
Jene erhabenen Weltsymphonien soll Pythagoras selbst 
und er allein unter allen Sterblichen vernommen haben 4). 
Aber seine Schüler lehrte er durch die Leier und Ge- 
sang sie nachahmen,  wie man denen, welche wegen 
Uebermaass des Lichtes in die Sonne selbst nicht sehen 
können, die Verfinsterung derselben in Wasser oder in 
flüssigem Pech oder in einem geschwärzten Spiegel zeigt; 
und so benutzte er die Musik als erstes Bildungsmittel, 
 Plat. Tim. p. 35. b. S. Boeckh a. a. O. S. 42 II. 76-81. 
85-87. 
2) Cicer. Somn. Scip. c. 5. (De republ. VI, 18.) und De nat. 
deor. III, 11. (vergl. das. Grenzer not. p. 530 sq.) Und gleich- 
zeitig Varro Atac., s. dessen fr. I. v. 2. in Wernsdorf. Poet. 
lat. min. T. V. P. 3. p. 1402. und bei Wüllner. De Varr. Atac. 
Commenb. p. 22. cf. p. 26. 
a) Plin. I. c. 
4) S. Jamblich. l. c. S. 66. p. 135. In d. Schol. Ambros. Od. 
I, 371. wird das Woft des Pythagoras angeführt: I5; 5'501 7S- 
Vriysvo; im? aruilzuxto; (Zmizoa äyyeloü; rigluoviug, vielleicht aus 
dessen Buch Kardßceai; sig 52'501! nach Lübeck Aglßßph- 
T. II. p. 944.
        

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