Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1030017
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der" florentinisohen Schule Sandro Botticelli mit jenen 
Zeichnungen, in denen noch ein astrologisches Motiv 
befolgt ist, vorangegangen war; und ohne dies Motiv 
die Bilder der Planetengötter (wozu noch in drei Blättern 
die Octava sphaera, das Primum mobile und die Prima 
causa kommen) in die Folge von 50 Spielkarten eines 
ungenannten italienischen Meisters, worin man den Man- 
tegna zu erkennen geglaubt hat, aufgenommen waren 1).  
Und selbst ein Meisterwerk ersten Ranges, dessen Gegen- 
stand die Planetengötter sind, hat das 16. Jahrhundert 
aufzuweisen. 
Man kam auf dieses Thema, indem man den Himmel 
darstellen wollte, der zwar sonst häufig in den Kirchen 
des christlichen Alterthums wie des Mittelalters nur durch 
goldene Sterne auf blauem Grunde angedeutet war; aber 
jetzt suchte man nach einer reichern Ausschmückung, 
welche zugleich die herrschende Vorliebe für den heid- 
nischen Mythus befriedigte. 
Den Anfang macht ein Werk des Perugino vom J. 
1500 in der Halle des Wechselgerichts zu Perugia, deren 
Hauptwand die Geburt und Auferstehung des Herrn 
schmückt; in den Abtheilungen der Wölbung aber ist 
der Himmel dargestellt durch die sieben Planeten, welche 
von verschiedenen Thieren auf Wagen gezogen werden,  
awie man sie nach alter Weise zu malen pflegte" 2). 
_Demnächst folgen die Raphaelischen Kartons zu den 
Mosaiken in S. Maria del popolo "zu Rom vom J. 1516, 
 Bartsch Peintre gravnT. XIII. p. 129-130. n. 58-64. Wirk- 
lich von Mantegna sind die Zeichnungen zu den Blättern mit 
der Octava sphaera und dem Primum mobile, s. Waagen in 
v. Raumefs Histor. Taschenbuch dritte Folge, I. Jahrg. 1850. 
S. 549. 
2) Vasari Leben der Maler. Th. II. Abth. 2. S. 376. Vergl. 
oben Th. I. S. 421.
        

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