Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029923
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menschliche Leben unter dem Einfluss der Planeten 
zeigen. Die umfassendste Ausführung dieses Gedankens 
enthalten die Frescomalereien in der Sala della ragione zu 
Padua, die früher dem Gictto nach Erfindung des berühm- 
ten Philosophen und Arztes Pietro di Abano  wahr- 
scheinlich nach 1320) zugeschrieben wurden 1), jetzt 
aber für ein Werk aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts 
(nach 1420) von der Hand des Giov. Miretto und eines 
Ungenannten erkannt sind 2). In der Mitte der Südseite 
ist eine Sonne angebracht, umher kirchliche Vorstellungen: 
Christus am Kreuz, eine Kirche, ein Lamm auf einem 
Altar von Heiligen angebetet, ein Priester vor dem Altar 
den Kelch emporhebend u. s. w. ; übrigens nimmt alle vier 
Wände ein astronomisch-philosophisches Bild der Welt 
in 319 Vorstellungen ein. Aber bei dem Mangel symme- 
trischer Anordnung dieses Werks ist eine in's Einzelne 
gehende Erklärung sehr erschwert. Nur so viel erhellt 
deutlich, dass der Himmel durch die Zeichen des Thier- 
kreises (die nach der Reihe an den vier Wänden ver- 
theilt sind) und die Planetenbilder,  und dem ent- 
sprechend das menschliche Leben in seinem Vcrhältniss 
zur Natur wie nach seinen bürgerlichen und sittlichen 
Zuständen dargestellt ist. Nehmlich den zwölf Zeichen 
des Thierkreises entsprechen die Beschäftigungen der 
Monate; z. B. der Mai ist durch ein leichtgeschmücktes 
Mädchen mit einem hlumengefüllten Korb auf dem Kopf, 
der September durch die Traubenlese, der December 
durch das Schweinschlachten bezeichnet;  und unter- 
halb der Planeten sind Bilder, die den mythologischen 
Begriff derselben entfalten und ihren astrologischen Ein- 
 So auch von Sotzmann im Serapeum, 1842. S. 195. 
2) E. Förster im Tüb. Kunstblatt 1838. S. 58., woselbst auch 
S. 58-60. diese Malereien beschrieben werden.
        

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