Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029858
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umgebildet worden; so bezeichnen sie in der doppel- 
ten Beziehung eben nur die Grenze der christlichen Kunst. 
Ueberhaupt aber scheint der altchristlichen Kunst die 
Vorstellung der Planetengötter (abgesehen von den Bildern 
der Sonne und des Mondes, wovon im vorigen S.) fremd 
geblieben zu sein. Zwar giebt es von jener Stelle des 
Gregor von Nyssa (s. oben S.  wo er von den. 
Bildern der owzxaia (elementa) spricht, an deren Nach- 
bildung die Künstler sich wagten, eine Auslegung, dass 
unter diesen „Elementen" die Planeten zu verstehen seien 1). 
Aber dieser Auslegung ist der sonstige Sprachgebrauch 
der Kirchenlehrer nicht günstig. Und sollte ihr auch 
sprachlich nichts entgegenstehen; so würde doch schwer- 
lich an christliche Künstler zu denken sein, deren Dar- 
stellung von Planetengöttern Gregor gewiss nicht bloss 
ein Wagstück genannt (worin noch kein Tadel liegt), 
sondern mit einem schärfern Ausdruck der Verwerfung 
belegt hätte.  
neunten 
Vom 
bis 
ZU lll 
vierzehn 
Jahrhundert. 
-ßll 
Die erste selbständige Planetentafel, von der wir 
Kunde haben, gehörte Karl dem Grossen. Der silberne 
Tisch nehmlich mit Darstellung der Welt, den sein Enkel 
Lothar im J. 842 zerstörte, soll die Gestirne und den 
Lauf der Planeten gezeigt haben (s. oben S.  Die 
freilich nicht unzweifelhafte Nachricht, welche die letztere 
Angabe enthält, reicht zwar nicht aus, über die Aus- 
führung zu urtheilen. Doch da im Testament Karls des 
Grossen von drei Kreisen die Rede ist, aus welchen 
diese Tafel zusammengesetzt war; S0 lässt Sich denken, 
dass es concentrische Kreise waren und der innere eine 
Vules. 
zu Euseb. 
Hisi. 
eccles. 
111, 
125. 
110i. 
Head.
        

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