Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029846
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gedeutet, nach der wahrscheinlichen Erklärung in dieser 
Folge: 
Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Mercur, Mond; 
(die Zeichen der beiden letztern fehlen). Unter jedem 
ist ein Feld mit einer griechischen Inschrift, worin der 
Planet angerufen wird: „Heiliger, behüte die Stadt der 
Milesier und alle ihre Einwohneru. Dazu kommt zuvörderst 
eine allgemeine Unterschrift, welche jene Obhut den Erz- 
engeln beimisst, woraus erhellt, dass diese hier als die 
Planetengeister verehrt werden;  dann für jeden be- 
sonders als Unterschrift die Reihe der sieben Vocale nach 
ihrer natürlichen Ordnung, die erste (die des Saturn) 
mit a, jede folgende mit dem nächsten Vocal anfangend, 
so dass jeder Planet unter seinem eigenen Tonzeichen 
geehrt, jedoch die andern durch Auslassung' nicht be- 
leidigt werden. Also legt dieses Denkmal ein dreifaches 
Zeugniss ab erstens für die Verehrung der Engel, welche 
schon in der Apostel Zeit in eben diesen Gegenden zu 
Colossä (das ist auch im Flussgebiet des Mäander) einei- 
christlichen Seete zur Last fällt und von dem Apostel 
Paulus gerügt wird (Coloss. 2, 1831), sodann für die 
Lehre von der Obhut der Engel über die Planeten, welche 
später auch in der Kirche (wie eben nachgewiesen ist) 
Eingang gefunden hat; endlich für die Lehre von der 
Harmonie der Sphären, deren Aneignung von Seiten der 
Kirchenlehrer bald zur Sprache kommen soll. 
Da in diesen Darstellungen für die Planetenhildei- 
nur die mathematische Figur gewählt ist, und dieselben 
einem ldeenkreise angehören, in welchem das christliche 
Dogma (soweit es überhaupt zum Grunde liegt) heidnisch 
w 
Die Inschrift wird deshalb erwähnt von Hug Einleiß. in's N. 
T. Th. II. 2. AuH. S. 392. Vergl. O. Müller in den Gütt. Gel. 
Anz. 1830. S. 1438.
        

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