Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029827
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Wiederum beiden Clwislm sind die ältesten Planeten- 
bilder aus orientalischem Sternendienst hervorgegangen. 
Doch haben dieselben nichts gemein mit solchen Idolen, 
wie sie bei den Juden angeeignet waren: ebensowenig 
sind darin die heidnischen Planetengötter nachgebildet; 
sondern für's erste reichte man mit der mathematischen 
Figur aus,  wie sofort näher dargelegt werden soll. 
Im 
Alterthulnl. 
christlichen 
Freilich Sind die alten Christen von Sternendienst 
nicht frei geblieben, das heisst gewisse häretische Par- 
theien, welche Christenthum und Heidenthum mit einander 
mischend astronomische Philosopheme und Elemente des 
Lichtcultus aus dem Orient aufnahmen. Dies war sehr 
natürlich, da sie überhaupt die Erscheinungen des sitt- 
lichen Lebens aus kosmischen Einflüssen erklären, das 
menschliche Leben im Zusammenhang mit der ganzen 
Weltentwickelung begreifen wollten, während sie andrer- 
seits es unternahmen, die Weltentwickelung auf eine 
Geschichte Gottes zurückzuführen, aus einem Process, in 
den das göttliche Leben selber eingegangen, abzuleiten: 
daraus sollte das Verhältniss des Menschen zu Gott er- 
hellen. In einem solchen System konnten leicht die 
Himmelskörper eine bedeutende Rolle spielen. Wir finden 
dies bei den gnostischen Partheien des zweiten Jahr- 
hunderts. Nach den Ophiten ist der Mensch ein Geschöpf 
der sieben Planetengeister 1), welche den irdischen Welt- 
7 über der Höhle zwischen Bäumen erscheinenden Altäre werden 
von Zoega Abhandl. herausgeg. von Welcker S. 173 f. auf 
die Fixsterne bezogen, während Gerhard in d. Beschreib. 
Emu's ll, 2. S. 75. n. 566. zunächst diese Altäre auf die Planeten 
bezieht. 
Iren. Adv. haeres. Lib. l. c. 30. S. 6. 9. p. 110. 111. cd. 
Massuet.
        

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