Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029794
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nicht mehr in Betracht. Erst nachdem der Mythus längst 
ausgebildet war, in der alexandrinischen Zeit, wird er 
an die Sterne angeknüpft: da werden auch die Planeten 
mit Götternanien bedacht. Daher aus älterer Zeit (nicht 
zu gedenken der frühern Beschränktheit der astronomischen 
Erkenntniss) Planetenbilder nicht zu erwarten sind. 
Allerdings standen auf dem Wege von Sparta nach 
Arkadien sieben Säulen, welche man für Bilder der Planeten 
hielt 1); aber von Götterbildern ist dabei nicht die Rede. 
An solche ist wohl auch nicht zu denken bei den 
Bildern auf der Sphäre des Archimedes  212 vor Ohm), 
worauf der Lauf der Sonne, des Mondes und der Planeten 
zu sehen war 2), wenn dieselben gemalte und ausge- 
arbeitete Sterniiguren genannt werden 3). ln der gleich 
zu erwähnenden griechischen Inschrift aus Milet sind die 
sieben Planeten nur durch ihre Zeichen angedeutet. 
Bei den Römern dagegen kommen die Götterbilder 
der Planeten häufig vor seit der Kaiserzeit, seit welcher 
auch die siebentägige Woche unter ihnen mehr bekannt, 
später selbst angeeignet wurde. Diese Beziehung auf 
den Kalender hat die älteste römische Planetentafel, von 
der wir Nachricht haben 4), im Triclininm des Trimalchio 
unter Nero; man sah darauf den Lauf des Mondes und 
die gemalten Bilder der Planeten,  jenen, wie es scheint, 
zur Bezeichnung der Monate, diese zur Unterscheidung 
 Pausan. Graec. descr. III, 20, 9. 
2) Cicer. De republ. I, 14. p. 60 sqq. 65. ed. Moser. 
a) Lactant. Div. institut. II, 5: astrorum figuras in iilo aere pictas 
effictasque;  wie es scheint, nach Cicerq an der eben ange- 
führten Smelle, wo eine Lücke ist, vergi. Moser zu Cic. l. c. 
p. 66. not. 1. 
4) Petron. Satir. 30. Vergi. Martorelli an dem gleich anzuf. 
O. p. 707 sqq. 
        

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