Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029721
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wobei dieselbe Parallele gezogen wird, dass die Menschen 
wie die Sterne von Engeln geleitet werden. Sie finde! 
sich weiter ausgeführt bei Dante (um 1318), der von 
den Himmelssphären sagt 1): 
Kraft, und Bewegung müssen jene Kreise 
Von sePgen Lenkern zugehaucht empfangen, 
Wie Stein sich formt nach seines Künstlers Weise. 
Diese seligen Lenker, welche die Himmel bewegen, in 
deren Epicykeln die Planeten laufen 2), sind lntelligenzen 
oder Engel; worüber er sich, die Lehre des Plato und 
Aristoteles berichtigend, näher erklärt. Er nimmt nehm- 
lieh neun bewegliche Himmel an und neun Engelordnungen 
(nach Dionysius AreopagJ, welche im neunten Himmel 
(dem Krystallhimmel) Gott umgeben und in verschiede- 
nen Kreisen sich bewegen: so dass jedem Himmel eine 
Engelordnung versteht. Und zwar geschieht dies in 
der Folge, dass die Gott am nächsten stehende Engel- 
ordnung den äussersten Himmelskreis regiert und so 
weiter, also 
die Seraphim den Krystallhimmel, 
die Chernbim den Fixsmernhimmel, 
die Throne den Himmel des Saturn, 
die Herrschaften   des Jupiter, 
die Tugenden   des Mars, 
die Mächte   der Sonne, 
die F ürstenthümer   der Venus, 
die Erzengel   des Mercur, 
die Engel   des Mondes 5). 
1) Dante Parad. II, 127-29. Vergl. Infern. VII, 74. Parad. VIII. 
110. XVIIl, 118. 119. XXIX, 44. 45. 
i) Vergl. Dante Convigo I], 4. übers. von Kannegiesser S. 50. 
3) Dante Parad. XXVIII, 16-78. 97-126. Conv. II. 4-6. S. 49. 
51 f. 56 f. Vergl. Göschel Dante's Unterweisung über Welt- 
schöpfung und Weltordnung S. 88-90.
        

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