Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029681
206 
zu Constantinopel fügsam, das Anatheina auszusprechen 
unter anderm wider die, welche behaupteten: Sonne, Mond 
und Sterne wären auch in der Zahl der Vernünftigen 
gewesen und durch Verschlimmerung erst das geworden, 
was sie jetzt sind 1):  das ist jedoch wahrscheinlich 
nicht das fünfte allgemeine Concil vom J. 553 (dem man 
häufig die Verdammung des Origenes beigemessen hat), 
sondern eine vorher zu Constantinopel abgehaltene sogen. 
einheimische Synode 2). S0 blieb denn diese Lehre in 
der griechischen Kirche, wie namentlich bei Johannes 
Damascenus im achten Jahrhundert, verworfen 3). 
3. Hiernach scheint nur die Annahme übrig zu bleiben, 
dass die Himmelskörper eine leblose Masse seien. Man 
vermochte jedoch unter einer solchen Voraussetzung in 
der Mechanik des Himmels sich nicht zu finden. Da 
man für die scheinbar so verwickelten Bewegungen der 
Planeten das einfache Grundgesetz nicht kannte, so ward 
man immer wieder auf eine individuelle vernünftige 
Ursache derselben zurückgeführt. Und es ergab sich für 
jene Ansieht von der Beseelung der Gestirne eine Modi- 
fieation, welche in der That allgemeinere Anerkennung 
gefunden und bis in die neuere Zeit gegolten hat. 
Eine Hinleitung dazu findet sich schon bei Augustinus 
 430), der die Streitfrage sehr deutlich bezeichnet 4). 
„Es pflegt die Frage aufgeworfen zu werden, sagt er, 
ob Sonne, Mond und die andern Sterne bloss Körper 
 Can. 3. contr. Origcn. bei Mansi I. c. p. 396. c. d. Walch 
Hist. der Katz. Th. VII. S. 640. 
2) Walch a. a. O. Th. VII. S. 671. Th. VIII. S. 290. 
3) Joh. Damasc. De orthod. Iid. Lib. II. c. 6. 
4) Augustin. De Genesi ad IimLib. II. c. 18. S. 38. Opp. T. Ill. 
p. 110. Diese Stelle hat Isidorus aufgenommen, De nat. rerum 
c. 27. Opp. T. VII. p. 41.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.