Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029669
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von Origenes vertreten. In ihren geordneten Bewegungen 
findet er den Beweis, dass die Sterne Seele und Vernunft 
haben 1): er misst ihnen Verstand und Willensfreiheit bei 2) 
und erklärt sich gegen den Anaxagoras, der die Sonne 
eine feurige Masse "nannte 3). Sie sind ihni höhere Geister- 
wesen, welche zu Gott beten und den Herrn loben (nach 
Ps. 148, 3) 4); doch nicht für unwandelbar hält er sie, 
für nicht ganz rein (worin er sich von Philo unterscheidet), 
sondern auch der Erlösungbedürftig mit Berufung auf Hiob 
25, 2: „siehe sogar die Sterne sind nicht rein vor seinen 
Augen" 5). Sie sind „der Eitelkeit unterworfen" (nach 
Böm.8,  das heisst nach der Erklärung des Origenes 
in die Himmelskörper verwiesen und dem Menschenge- 
schlecht zu leuchten verpflichtet „auf Hoffnung u, einst 
nach der Dienstleistung im Himmelsraum „frei zu werden 
zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes" (Böm. 8, 21.) 6). 
Daher er auf sie auch das Wort anwendet: „ich habe 
Lust abzuscheiden und bei Christo zu sein; aber es ist 
nöthiger im Fleisch (Körper) zu bleiben um euretwillen" 
(Philipp. 1, 23. 24.) T). Die Verehrung der Menschen 
1) Origen. De princip. I, 7, 2. Opp. T. I. p. 72. col. 2. c. 
2) Id. c. Cels. V, 10. T. I. p. 585. a. 
1') Ibid. c. 11. p. 585. d. Von der Seele der Sonne spricht Origenes 
Comm. in Joh. t. I. c. 17. Opp. T. IV. p. 18. 
4) Origen. c. Cels. V, 10. p. 585. d. V, 13. p. 587. b. c. Andrer- 
seits ist die Stelle Jes. 45, 12., wonach die Sterne Gebote von 
Gott empfangen haben, als Zeugniss dafür geltend gemacht, 
dass sie Vernunftwesen sind,  wie Hieronymus anführt, 
Comment. in Jes. l. c. Lib. XIII. Opp. ed. Vallarsi in fol. T. IV. 
p. 539. h. 0., der dagegen erinnert, dass auch geschrieben steht, 
Gott habe einen Wurm und einen Ostwind hestlellt (Jon. 4', 7. 8.) 
und Christus habe Wind und Wogen bedroht (Luc. 8.,  ohne 
dass diese Empiindung und Vernunft. hätten. 
5') Id. De princip. I, 7, 2. p. '72. Comm. in Job. t. I. c. 40. p. 42. a. b. 
6) Id. De princip. I, 7, 5. p. 75. Contr. Cels. V, 13. p. 587. C. 
 Id. De princip. l. c.
        

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