Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029624
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die Wirkungen derselben in's Auge fasst. Annahmen 
der einen wie der andern Art sind aus dem Alterthum 
in die christliche Kirche übergegangen: es hat einestheils 
astrologischer Wahn das ganze Mittelalter hindurch bis 
weit in die neuere Zeit geherrscht,  anderntheils führen 
noch heute die Himmelskörper unseres Sonnensystems 
wie die des Fixsternhimlnels ihre mythischen Namen. 
Auch für die christliche Kunst, zumal des spätern 
Mittelalters sind diese Namen maassgebend geworden, 
indem sie insbesondere die Planeten in Göttergestalt vor 
Augen stellte. Wogegen die astrologischen Darstellungen, 
sofern die mathematische Figur für sie ausreichte, an der 
Kunst kaum Antheil haben; oder, wenn sie auch künst- 
lerisch ausgeführt sind, andere mythologische Motive, als 
eben in den Planetentiguren, nicht darbieten. Daher werden 
die Denkmäler dieser Klasse entweder nur um die Grenzen 
der Kunst zu bezeichnen oder um dieser Figuren willen 
weiterhin zu erwähnen sein,  ohne dass hier auf die 
Geschichte jenes Aberglaubens einzugehen ist. 
Aber über die Ansichten von dem Wesen und den 
Namen der Planeten werden wir uns zu orientiren haben 
bevor wir zu den Kunstvorstellungen derselben übergehen. 
Worauf zum Schluss ein geschichtlicher Ueberblick über 
die Lehre von der Harmonie der Sphären folgen soll, 
welche nicht minder ein künstlerisches Interesse in An- 
spruch nimmt. 
Natur 
und 
Namen 
der 
Planeten. 
Man war im christlichen Alterthum um so mehr 
veranlasst, auf diese Namen zu achten, da von dem 
planetarischen Götterkreis auch die Tage der Woche 
ihre Namen erhielten: ursprünglich in astrologischem 
Sinn, dass jeder Tag unter der Herrschaft des betreffen-
        

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