Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029505
188 
Das ist erstens Christus in der Herrlichkeit, unter oder 
über dem der Himmel durch Sonne, Mond und Sterne ange- 
deutet ist. Das erstere in den Mosaiken des Jacob Torriti 
an der Tribune von S. Maria maggiore zu Rom aus dem 
Ende des 13. Jahrhunderts 1): in einem blauen Rund mit 
goldenen Sternen sitzt Christus die Maria krönend mit 
ihr auf einem Sessel  solio stellato, wie es in der Unter- 
schrift heisst,  unterhalb dessen, von demselben Bund 
umschlossen, Sonne und Mond zwischen Sternen erscheinen, 
jene als ein Gesicht, dieser als eine Scheibe mit der Sichel. 
Das andere in einem italienischen Holzschnitzwerk des 
14. Jahrhunderts im Besitz des Herrn Durand zu Paris 2), 
welches oberhalb eines Rundes mit dem thronenden 
Christus, das von vier Engeln getragen wird, Sonne und 
Mond und zwischen ihnen drei Sterne zeigt, das Sonnen- 
gesicht von vorne mit Lichtzacken, in einem Kreise, das 
Mondgesicht in Profil mit einer Sichel zur Seite.  Auch 
sieht man Sonne und Mond in derselben Gestalt zur Seite 
Christi, der auf einem Altar umgeben von den Marter- 
Werkzeugen erscheint, von einem Papst und einem Engel 
verehrt, in Wandmalereien der Stiftskapelle zu Kirchheim 
im württemb. Ries aus dem Ende des '14. Jahrhunderts 3). 
 l) Abgebild: von Knapp in d. Basiliken des christl. Rom's Taf. 
XLVII. Copie in der Rambouxschen Samml. zu Düsseldorf. n. 9. 
2) Ahgebild. bei Didron lconogr. chret. p. 50. 
3) Merz in Hartmamfs Evang. Kirchenblatt für Württemb. 1846. 
S. 627. und im Tüb. Kunstblatt 1847. S. 15; dass sie auch hier 
als Gesichter, die Sonne von vorne, der Mond von der Seite, 
gebildet sind, entnehme ich einer brieflichen Auskunft des Herrn 
Verf.  So ist auch im Mittelbild eines griechischen Triptychon 
vielleicht aus dem 15. Jahrhundert mit der Darstellung des ver- 
herrlichten Christus, über welchem das Kreuz erscheint, zu 
beiden Seiten seiner Spitze der Himmel bezeichnet durch Sterne 
sowie durch Sonne und Mond, die in Runden als Gesichter in 
Profil angedeutet sind,  abgebild. bei d'Agincourt Pitt. 
Tav. XCI, 12.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.