Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029439
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Nicht minder sind sie als Gesichter vorgestellt in einem 
Psalterium zu Bamberg aus der ersten Hälfte des 13. Jahr- 
hunderts 1) (wo aber der Gekreuzigte noch mit vier Nageln 
befestigt ist), und als Halbiiguren in einem Missale des 
13. Jahrhunderts aus Zweifalten in der K. Bibliothek zu 
Stuttgart 2) ;  während in einer vaticanischen Handschrift 
französischen Ursprungs vom J. 1272 3) die rein mathe- 
matische Form, nehmlich die Kreis- und Sichelgestalt, 
angewandt ist. Wiederum als Gesichter, beide gelb, er- 
scheinen sie in einer weimarischen Handschrift des Horo- 
l0gium devotionis de vita Christi, welches das Leben Jesu 
in 24 Abschnitten (Stunden) enthält, ein Werk des sonst 
nicht bekannten Dominikaners Berthold, der um die Mitte 
des 14. Jahrhunderts gesetzt wird: laut der Vorrede hat er 
selbst sein Buch für den Inhalt jeder Stunde mit Malereien 
ausgestattet4), die wohl auch das Vorbild zu den illuminirten 
Federzeichnungen in jener jüngern Abschrift hergegeben 
haben. 
Doch wird jetzt vielmehr die völlige Beseitigung der 
Himmelskörper an dieser Stelle Regel,  wie man aus einer 
langen Reihe von Bildern des 13-15. Jahrhunderts er- 
sieht, worunter alle die, welche die K. Gallerie zu Berlin 
besitzt 5). Das sind, nächst den aus dem 13.Jahrh. schon 
angeführten Gemälden, aus dem 14. Jahrhundert: ein Ge- 
mälde von Giotto in der Sammlung der Akademie zu 
als Köpfe mit Strahlen sind Sonne und Mond gebildet auf einem 
griechisch-russischen Altarhlättchen von Holz in der Herzogl. 
Gemischten Kunstsamml. zu Gotha, Holzarbeiten n. 24. 
 N0. 232. A. lI. 47. vergl. Waagen a. a. O. Th. I. S. 106. 
2) Waagen a. a. Th. II. S. 192. 
3) Ahgebild. bei d'Agine0urt Pitt. Tav. LXX, 3. 
4) Quetif et Echard Script. ordin. Praedixcat. T. I. p. 723. 
5) Mit Ausnahme eines niederländischen Gemäldes n. 1204., wovon 
weiterhin (S. 184. Anm. 4.) die Rede sein wird.
        

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