Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029347
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dem Mantel Kaiser l-leinrieh's II., ehemals im Dom zu 
Bamberg 1), erscheinen sie sogar in ganzer Figur zu 
Wagen, den thronenden Christus umgehend. Aber nur 
als Gesichter sind sie in derselben Umgebung auf den 
Korssunschen Thüren zu Nowgorod zu Ende des 12. Jahr- 
hunderts 2) gebildet. 
Seit 
dem 
dreizehnten 
Jahrhundert. 
lm Laufe des 13. Jahrhunderts geht für biblische 
Scenen die persönliche Darstellung von Sonne und Mond 
zu Ende. Wohl aber erscheinen sie statt dessen in der 
Hand von Engeln oder Genien. Sonst bleibt für sie selbst 
nur die Andeutung des Gesichts übrig; oder es tritt die 
rein mathematische Figur, Scheibe und Sichel, ein.  
In nicht biblischen Compositionen hingegen kommen zu 
Ausgang des Mittelalters, zumal im Laufe des 16. Jahr- 
hunderts, mit der Einführung mythologischer Motive in 
die christliche Kunst überhaupt die mythologischen Figuren 
der beiden andern Himmelskörper wieder zur Geltung. 
Die biblischen Ereignisse aber, in denen Sonne und 
Mond angebracht werden, sind wiederum vorzugsweise 
die Epochen der Weltschöpfung sowie der Kreuzigung 
und zuweilen des jüngsten Gerichts. 
l. Von besonderem Interesse ist die Darstellung des 
Weltschöpfers nebst Sonne und Mond, dem Werk des 
vierten Tages, am Nordportal der Kathedrale zu Chartres 3), 
in seiner Einfachheit eines der anmuthigsten und geist- 
1) S. oben S. 143. 
2) Adelung Die Korssunschen Thüren in der Kathedralk. in Now- 
gorod S. 37. vergl. S. '74 f. Taf. I. n. 25. Vergl. die Rec. 
dieses Werks von Büsching im Hermes 1827. Bd. XXVIII. S. 86. 
3) Didron Annal. archöol. T. IX. p. 175-177. 182. mit Abbild. 
p. 176.
        

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