Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029313
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Nägeln befestigt;  wogegen in dem dritten Bilde 1), 
Worin, ein Kennzeichen einer etwas späteren Zeit, nur 
drei Nägel angewandt sind, die Kreuzigung ganz ohne 
Sonne und Mond sich zeigt. S0 ist auch in den Malereien 
eines Liber matutinalis aus dem 13. Jahrhundert in der 
K. Bibliothek zu München i) die Kreuzigung das einemal 
mit dem Sonnengesieht und dem Kopf des Mondes, der 
beide Hände vor das Gesicht zu halten scheint, zuvor 
aber einmal ganz ohne Sonne und Mond vorgestellt. 
Ueberhaupt, während die Auslassung dieser Figuren 
bei der Kreuzigung früher nur als Ausnahme sich findet 
(s. oben S. 153.), tritt sie jetzt öfters ein und wird dem- 
nächst fast Regel, wovon der folgende Abschnitt den 
Ausweis geben wird. 
Die auf die Kreuzigung folgenden Momente der 
Leidensgesehichte sind nur selten mit den Bildern der 
Sonne und des Mondes ausgestattet. 
Namentlich die Kreuzabnaltme in einem Miniaturge- 
mäglde des wegen seines Deckels schon erwähnten Evan- 
geliarium um 1014 zu München 3) (in welchem übrigens 
auf dem vorangehenden Blatt die Kreuzigung ganz ohne 
Sonne und Mond vorgestellt ist): das Gemälde enthält 
über den Kreuzesarmen in goldenen Runden die Figuren 
des S0], roth mit neun Strahlen um das Haupt, die der 
Luna blau, mit der Sichel, welche sieh das Gewand vor 
das Gesicht halten. So sind auch in dem berühmten 
Sculptixrwerk am Exterstein4) in Westphalen vom Jahre 
1) Ibid. Pl. V. 
2) Geschrieben von Conrad zu Scheiern (Schmeller Allg. Aus- 
kunft S. 31 i), Bl. 24. a. 14. b. 
B) K. Bibl. Cim. 57. ehemals B. 5. Bl. 108. a. 
4) Der von egester d. i. vorgestern seinen Namen hat und Felsen 
bedeutet, die nicht von heute, auch nicht von gestern, sondern
        

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