Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029259
163 
Zll Wolfenbültel 1), SOWiO in dem Hortus deliciarum der 
Herrad von Landsperg in Strassburg 2).  In dieses Jahr- 
hundert gehört auch ein Glasgemälde in der Kathedrale 
von Chalons-sur-Marne 3) mit den Brusthildern von Sonne 
und Mond, welche mit rothen Nimben und in grünen Bun- 
dßn mit weissem Rand erscheinen, die Luna mit einer 
Silbernen Sichel auf dem Haupt, der S01 mit einer brennen- 
den Fackel in der Linken. 
Von Sculpturwerken dieser Zeit sind in Elfenbein 
gearbeitet aus dem 10. Jahrhundert und zwar sämmtlich 
mit Sonne und Mond als Brustbildern, welche das Ge- 
Sicht verhüllen: der Deckel eines Evangeliarium in Dres- 
den, der ehen (S. 148.) schon besprochen ist ; der wegen 
der Figur der Terra schon früher (S. 73.) erwähnte 
Deckel des epternacher Evangeliariilm Ott0's 11.: auf 
diesem erscheinen sie in muschelförmigen Runden mit 
Strahlen, die Luna überdies mit der Sichel, sie hat ge- 
schlossene Augen und das Gesicht tief verhüllt, während 
S01, der ebenfalls das Gewand verhält, ein lächelndes 
Ansehn hat; desgleichen der Deckel eines Evangeliarium 
im Museum zu Darmstadt 4). Elfenbeinwerke des l 1. Jahr- 
hzmderts sind ehendaselbst der Deckel eines andern Evan- 
geliariilm 5) mit einer eigenthümlichen Vorstellung: S01 
und Luna in halber Figur halten in beiden Händen jener 
eine Fackel oder vielmehr ein Füllhorn, woraus drei 
Flammen hervorgehn, diese den Halbmond;  und ein 
 Schönemann Hundert Mcrkw. der H. Bibl. zu Wolfenbüttel 
n. 4a, a. s. 37. 
2) Engelhardt Herrad von Landsperg S. 40. 
3) Didron Annal. archöol. T. IX. p. 181. 
4) N0. 681. s. Walther Die Samml, im Grossherzogl. Museum 
zu Darmstadt 2. Aufl. S. 68. 
5') N0. 682. s. Walther a. a. O. S. 69.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.