Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029229
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schenk an das Kloster Rambona, jetzt im christlichen 
Museum des Vatican 1), dessen linker Flügel das Cruci- 
fix enthält, aufgerichtet über der Wölfin mit Bomulus 
und Bemus (s. Th. I. S. 413);  oberhalb der Kreuzes- 
arme zwei Brustbilder mit der Aufschrift S01, Luna, welche 
mit der einen Hand eine Fackel an die Schulter gelehnt 
halten, mit der andern den Kopf stützen 2). 
Von den Denkmälern aus dem IOten bis 121m Jahr- 
hundert ist das merkwürdigste schon vorhin (S. 143.) an- 
geführt, der Elfezibeindeckel eines münchener Evangelia- 
rium aus dem 11. Jahrhundert (Cim.  worauf der 
Sonnengott erscheint, ein Viergespann lenkend und die 
Mondgöttin, von vier Kühen gezogen.  Ob noch andere 
Bildwerke vorhanden sind mit der Vorstellung von Sonne 
und Mond in ganzer Figur kann ich nicht sicher sagen. 
Vielleicht trifft es zu bei zwei Elfenbeindeekeln aus dem 
10. oder H. Jahrhundert: der eine an einem Evange- 
listarium zu München 3) zeigt zu beiden Seiten oberhalb 
des Kreuzes in einem Halbkreise zwei trauernde Figuren, 
welche mit der einen Hand eine Fackel, mit der andern 
das Gewand v0r's Gesicht halten; der andere an einem 
Evangeliarium aus Kloster Polinchusen ehemals im Besitz 
des Antiquar Heberle in Köln 4) zeigt ebendaselbst zwei 
Figuren, welche, die eine mit einer Strahlenkrone, die 
 S. oben Th. I. S. 22., wo die Abbildungen nachgewiesen sind. 
2) Vergl. Buonarroti Vasi di vetro p. 267. und bei Gori Thes. 
vet. diptych. T. III. p. 170. und Gori selbst ihid. p. 203. 
i) Cim. 53. sonst IV. 2. a. 
4) Ranke Das kirchliche Pericopensystem S. 242. 126. vergl. 
143 f., woselhst (S. 242.) diese Figuren als Engel bezeichnet 
werden: aber die Strahlenkrone und das sogenannte Diadem 
deuten doch auf die herkömmlichen Figuren des Sot und der 
Lama, nur dass es ungewöhnlich ist, sie schwebend vorzu- 
stellen.  Uebrigens hat eine im Jul. 1849 eingezogene Er- 
kundigung ergeben, dassjenes Denkmal "längstausgewandert ist".
        

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