Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029164
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eine Sichel, beide weiss in einer schwarzen Scheibe, ge- 
bildet sind. Desgleichen ist die Sonne als Stern, der 
Mond als Sichel vorgestellt auf dem Elfenbeindeckel eines 
Evangeliarium aus dem 10. Jahrhundert in der K. Biblio- 
thek zu Berlin 1). Wogegen die Fresken in S. Paolo 
f. le mura zu Rom, nach griechischen Vorbildern vielleicht 
im H. Jahrhundert ausgeführt 2), den Mond zwar als 
einen Kreis, in dem eine Sichel ausgeschnitten ist, zeigen, 
aber die Sonne in einem gleich grossen Kreise als eine 
menschliche Gestalt in halber Figur, das Haupt, welches 
sie mit der Hand stützt, von Lichtzacken umgeben. 
Die herrschende Vorstellung aber, welche beiden 
Hiinmelskörpern menschliche Gestalt gieht, ist häufig in 
der Art ausgeführt,  wie schon im vorigen Zeitalter 
damit angefangen war, wobei auch die Motive zur Sprache 
gekommen sind (oben S. 138 111),  dass sie ihr Antlitz mit 
dem Gewand oder einem Tuch verhüllen 3), in der Regel 
so, dass nur der untere Theil des Gesichts bedeckt ist. 
 Ms. theol. lat. fol. n. 3. 
2) Abgebild. bei d'Agincourt Pitt. Tav. XCVI. 
3) Miniaturbilder mit diesem Motiv enthalten die Evangelienharmonie 
Otfrid's zu Wien und das Psalterium König Ludwig's zu Berlin, 
beide aus dem 9. Jahrh.; das Evangeliarium EgberVs zu Trier 
10. Jahrh.; ein Evangeliarium zu Holkham in Norfolkshire, ein 
Missale zu München (Cim.  ein Sacramentarium aus Minden 
zu Berlin, ein Sacramentarium zu Bamberg (n. 604.), alle vier 
aus dem 11. JßlWlL; ein Psalterium zu Leipzig, ein Evangeliarium 
aus Niedermünster zu München (Cim. 54.] und ein Evangeliarium 
im Dom zu Trier, alle drei aus dem 12. Jahrh. Sculpturwerke 
mit demselben Motiv sind ein Elfenbeindeckel zu Dresden und 
einer zu Darmstadt (n. 681.), beide aus dem 10. Jahrln; ein 
Elfenbeinrelief an einem Tragaltärchen zu Darmstadt, eine Elfen- 
beintafel in der Kunstkammer zu Berlin und ein Elfenheindeckel 
zu Paris, alle drei aus dem 11. Jahrln; eine Elfenbeintalel im 
Wülllrafianum zu Köln aus dem 12. 13. Jahrh. und ein Elfen- 
beintäfelchen im Museum der Stadtbihl. zu Trier.
        

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