Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029132
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Glasmalereien der Kathedrale zu Bourges aus dem 13. 
Jahrhundert 1) erscheinen sie, vom Schöpfer gehalten, 
gleich wie die Sterne nur in mathematischer Form, die 
Sonne als eine Scheibe, schwarz mit rothen Flammen, in 
der Mitte ein Kreuz, der Mond als eine gelbe Sichel. 
Dazu kommen nur vereinzelt einige andere alt- 
testamentliche Scenen mit der Personification der Sonne. 
Namentlich ein Miniaturbild in der lateinischen Bibel von 
St. Paul, jetzt im Kloster S. Calisto zu Rom aus dem 
9. Jahrhundert 2), welches den thronenden David zeigt, 
der auf die Nachricht von dem Tode Saul's seine Kleider 
zerreisst und den Amalekiter, der demselben auf sein 
eigenes Geheiss den Tod gegeben hatte, hinrichten lässt: 
oben in der linken Ecke sieht man die Sonne als ein 
Brustbild in einem doppelten Kreise, von welchem Strahlen 
ausgehen.  Und in einer Catene zu den Psalmen aus 
dem Anfang des 10. Jahrhunderts zu Paris 3) ein Bild 
des betenden Hiskia mit der rothen Sonnenscheibe am 
Himmel, welche das strahlende Haupt des Sonnengottes 
umfasst. 
3. Von neutestamentlichen Scenen sind die frühem 
Epochen des Lebens Jesu auch nur ausnahmsweise mit 
den Bildern dieser Himmelskörper geschmückt. 
Erstens die Geburt des Herrn: in einigen Gedichten 
nehmlich des 12. Jahrhunderts, wie in der Geschichte der 
Maria von Wernher, Mönch zu Tegernsee, wird als erstes 
der sieben Zeichen bei derselben erzählt, dass um die 
Sonne ein goldener Ring gesehen sei, welches den grossen 
1) Martin et Gallier Monographie de la cathädrale de Bourges. 
P. I. Vitraux du XIII. siöcle. Par. 1841-44. gr. fol. PI. VI. 
2) d'Agincourt Pitture Tav. XLI, 9. 
a) Waagen Kunstw. und Künstler in Paris S. 225. n. 14. letztes 
Bild.
        

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