Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029123
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am Himmel, der durch blaue wellenförmige Streifen he- 
zeichnet ist, Sonne und Mond in halber Figur vorgestellt, 
beide mit einer Fackel in der Hand, der S01 roth, mit 
strahlendem Haupt, die Luna bleich, mit blauen Schatten, 
mit der Sichel auf dem Haupt, zwischen ihnen zwei Sterne,- 
darunter der Herr ebenfalls in halber Figur. Bei dem- 
selben Gegenstand in einem Alten Testament zu Pommers- 
felde aus der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts 1) erscheinen 
unterhalb eines Halbkreises mit grossen und kleinen Ster- 
nen S01 und Luna als Kniestücke: jener ein Mann im 
Mantel mit hlossem Hals und der Strahlenkrone, diese 
eine langverschleierte Frau mit der Sichel auf dem Haupt. 
In den Fresken von St. Savin, einer Abtei in Poitou, 
gemalt vermuthlich zwischen 1050-1150 2), sieht man 
in den Händen des schaffenden Gottes Sonne und Mond 
als blassgelhe Brusthilder, Sol in braunem Rund mit hell- 
gelbem Rande, Lunain hellgelbem Bund, über ihr die 
Sichel. Der Hortus deliciarum der Herrad von Lands- 
perg zu Strassburg aus der zweiten Hälfte des 12. Jahr- 
hunderts zeigt, wie schon S. 144. erwähnt ist, bei der 
Schöpfung den Sonnengott auf einer Quadriga. Hingegen 
in dem Chronieon minus von Zweifalten, welches in astro- 
nomischem Zusammenhang die ganzen Figuren des Sonnen- 
gottes und der Mondgöttin enthält (s. vorhin S. 142.), 
sind sie im vierten der sechs Kreise, welche das Sechs- 
tagewerk umfassend die Figur des thronenden Schöpfers 
umgeben 3), nur als Gesichter angedeutet, beide von vorne. 
Desgleichen als Gesichter in der lateinischen Bibel zu 
Erlangen aus dem 12. Jahrhundert 4).  Endlich in den 
1) S. oben S. 81. 
2) Merimäe Peint. 
3) B]. 17. a. 
4) S. oben S. 81. 
[Yäglise 
de 
de 
Savin 
103.
        

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