Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029088
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eine Peitsche l).  Ausnahmsweise erscheint die Vor- 
stellung, dass Sol eine Scheibe und Luna eine Sichel vorn 
auf der Brust hat 2). Zuweilen werden ihnen diese Attri- 
bute in die Hand gegeben 3), - obwohl es sonst die 
Elemente des Feuers und der Luft sind, welche mit der 
Sonnenscheibe und der Mondsichel in der Hand abge- 
bildet werden (s. oben S.  Daran schliesst sich 
aber die Vorstellung, dass, mit Beseitigung der Personi- 
fication dieser Himmelskörper überhaupt, jene mathema- 
tischen Zeichen derselben in der Hand von Engeln er- 
scheinen 4), die als ihre Führer und Beweger aufgefasst 
werden. 
Die Färbung jener Figuren in den Miniaturen ist ver- 
schieden: meist die Sonne roth, während der Mond weiss b), 
Gallen, beide 9. Jahrh.;  ferner bei dem Schöpfungswerk im 
Psalter. 10. Jahrh. in Stuttgart (vergl. S. 144. A. 4. S. 145. A. 5.) 
und bei der Kreuzigung im Sacrament. 11. Jahrh. zu Bamberg 
(n. 603.).  In einem Miniaturbilde eines Missale 9. Jahrh. aus 
Metz in Paris bei der Kreuzigung hat das Brustbild der Sonne 
zwei Fackeln, auf jeder Seite eine. 
1) Bei Maria mit dem Kinde und bei Christus zwischen Petrus und 
Paulus auf dem elfenb. Diptychon 11. Jahrh. in der Kunstkammer 
zu Berlin. 
2) An dem Kasten der h. drei Könige 12. Jahrh. zu Köln. 
3) Die Luna hält in jeder Hand eine Sichel (den Halbmond) bei 
der Kreuzigung auf dem Elfenbeindeckel 11. Jahrh. zu Darm- 
stadt (s. S. 145. Anm.  desgleichen im Psalterium 12. Jahrh. 
aus England in Kopenhagen. 
4) Beim Schöpfungswerlr an der Kathedrale zu Chartres und bei 
der Kreuzigung auf einem elfenbeinernen Diptychon, beide 13. 
.lahrh., wovon im folgenden Abschnitt. 
f) Die Sonne eine rothe, der Mond eine weisse Sichel bei dem 
thronenden Christus im Psalterium 10. Jahrh. zu Stuttgart (s. 
eben zuvor S. 145_ Anm.  Ebendaselbst erscheinen bei dem 
Schöpfungswerlr als Halbfiguren die Sonne roth, der Mond bleich 
mit blauen Schatten.
        

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