Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1029053
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ist schwarz, die hintere roth: die Figuren haben die 
Unterschrift quadriga solis und biga lamae. In dem darauf 
folgenden Text werden sie so erläutert  „Den Mond 
Hennen die Heiden Diana, eine Schwester der Sonne, 
Welche sie für Apollo ausgeben. Es werden aber dieselben 
mit Pfeilen vorgestellt, weil die beiden Gestirne vom 
Himmel Strahlen zur Erde senden; es werden ihnen 
Fackeln gegeben, weil der Mond leuchtet, die Sonne 
Sowohl leuchtet als wärmt. Der Mond hat ein Zweige- 
Spann, sei es wegen der Geschwindigkeit oder weil er 
bei Nacht und bei Tage scheint;  die Sonne ein Vier- 
gespann wegen der vier Jahreszeiten." 
Hingegen nicht ohne eine christliche Beziehung ist 
der Weltkrcis mit diesen Himmelskörpern vorgestellt auf 
dem Mantel Kaiser Heinrichis lI., der von ihm an den 
Dom zu Bamberg geschenkt ist 2); denn inmitten der 
Sternbilder thront Christus, zunächst umgeben von Sol 
und Lnna, von denen jener mit zwei Pferden, diese mit 
einem Maulesel fährt, beide sind mit der Ueberschrift ihres 
Namens versehen. Aus diesem Vorgang erklärt sich 
vielleicht, dass sie ähnlich selbst zur Seite des Gekreuzig- 
ten gebildet sind 3) auf dem Elfenbeindeckel eines Bam- 
berger Evangeliarium, ebenfalls aus Heim-ich's II. Zeit, jetzt 
in München 4): beide zu Wagen, mit der Peitsche in der 
Rechten, Sol mit der Strahlenkrone auf dem Haupt, von 
 Es ist dies ein Excerpt aus Schol. Germanic. Prognoslic. bei 
Arat. ed. Buhle Vol. II. p. 111. 
z) von Murr Merkwürd. der fürstbisch. Residenzstadt Bamberg 
S. 111 f. Die Abbild. ist oben S. 69. nachgewiesen. 
3) Von Miniaturen des 8. und 9. Jahrh. mit dieser Vorstellung 
spricht zwar Didron Iconogr. chret. p. 89., doch ohne sie 
namhaft zu machen. 
4) Cim. 57., von dem wegen des Oceanus und der Tellus schon 
oben S. 73. die Rede gewesen ist.
        

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